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Schlaue Unternehmer bilden Angestellte weiter

Noch nie waren so viele Akademiker über ein Jahr auf Stellensuche – auch weil ihr Wissen veraltet ist.

Gerade im Zuge der Digitalisierung wird Weiterbildung zunehmend an Wichtigkeit gewinnen. Foto: Marc Dahinden
Gerade im Zuge der Digitalisierung wird Weiterbildung zunehmend an Wichtigkeit gewinnen. Foto: Marc Dahinden

Es ist paradox: In vielen Firmen fehlen bereits heute Fachleute, und gleichzeitig suchen so viele Hochqualifizierte wie noch nie eine Stelle: Ihr Anteil unter den Langzeitarbeitslosen hat sich innert weniger Jahre verdoppelt, von 13 Prozent (2010) auf 26 Prozent (2018). Keine andere Gruppe ist schneller gewachsen als sie, wie eine Studie des Staatssekretariatsfür Wirtschaft zeigt.

Weshalb? In den Arbeitsvermittlungszentren beobachten die Personalberater, dass manche Stellensuchende zu wenig flexibel sind, dass sie ihre Chancen falsch einschätzen und keine beruflichen Netzwerke aufgebaut haben. Sie beobachten aber auch bei Hochqualifizierten, dass ihr Wissen veraltet ist.

Das ist verheerend. Gerade im Zuge der Digitalisierung veraltet das Wissen immer schneller. Wer sich nicht dauernd weiterbildet, gerät heute schnell ins Abseits. In diesem Umfeld hat die Schweiz 2017 ein Weiterbildungsgesetz in Kraft gesetzt, das es Angestellten nicht einfacher macht, sich Wissen anzueignen. Der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, seine Angestellten weiterzubilden und arbeitsmarktfähig zu erhalten; er soll dies nur begünstigen. Er muss sie auch nicht mit Geld oder Zeit unterstützen, wenn eine Weiterbildung dem Betrieb lediglich zugutekommt, aber nicht zwingend vorgeschrieben ist.

Viele Unternehmen tun es trotzdem –aber längst nicht alle. Im Jahr 2002 hat sich die Schweiz mit der Personenfreizügigkeit mit der EU Zugang zum Arbeitsmarkt mit mittlerweile über 220 Millionen Erwerbstätigen verschafft. Seither kommen Unternehmen auch so zu Angestellten, die perfekt ausgebildet sind. Die weder zu alt noch zu unerfahren, weder über- noch unterqualifiziert sind und die auch sonst keinerlei Mängel aufweisen.

Bereits gehen die Babyboomer gestaffelt in Rente, es werden sich mehr Erwerbstätige aus dem Arbeitsleben verabschieden als neu eintreten. Schlaue Unternehmer bilden An-gestellte heute schon ständig weiter, damit sie ihnen erhalten bleiben.

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