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Regulierungen haben gesamtwirtschaftlichen Nutzen

Die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich, metrobasel und der Zürcher Bankenverband haben mit einer Studie die Auswirkungen von Banken-Regulierungen untersuchen lassen.

Die Schweiz schneidet dabei im Vergleich zu andern Finanzplätzen durchschnittlich ab. Finanzmärkte erfüllten volkswirtschaftlich wertvolle Funktionen, wobei der Bankensektor eine zentrale Rolle spiele, heisst es in der am Dienstagabend in Zürich vorgestellten Studie. Nach der Finanzkrise 2008/2009 haben verschiedene Länder verschärfte Regulierungen der Banken diskutiert oder bereits umgesetzt. Dabei gehe es einerseits darum, volkswirtschaftliche Risiken zu minimieren, schreibt die Zürcher Volkswirtschaftsdirektion in einer Mitteilung. Andererseits sollten die Regulierungen die Wettbewerbsfähigkeit der Finanzbranche nicht übermässig einschränken. Vor diesem Hintergrund hat metrobasel eine Studie in Auftrag gegeben, die von der Zürcher Volkswirtschaftsdirektion mitfinanziert wurde. Dabei wurden die Regulierungen und Regulierungsbestrebungen in der Schweiz mit denjenigen von anderen wichtigen Finanzplätzen verglichen. Die staatlichen Regulierungen im Schweizer Bankensektor wurden mit denjenigen in Deutschland, Grossbritannien, den Vereinigten Staaten sowie Singapur verglichen. Für die drei Zeitpunkte 2008, 2012 und 2020 wurden dabei verschiedene Kriterien untersucht. Dazu gehörten etwa Einlagensicherung, Kapitalvorschriften, Abgaben und Steuern, Vorschriften zur Vergütung und Transparenz in der Kundenbeziehung, Schutz der finanziellen Privatsphäre und Bekämpfung der Geldwäscherei. Für jedes Kriterium wurden sowohl die gesamtwirtschaftliche Wirkung als auch die Auswirkungen auf die Banken beurteilt. Positive Auswirkungen von Regulierungen Gemäss der Studie erhöhen in allen miteinander verglichenen Staaten die Regulierungen den gesamtwirtschaftlichen Nutzen. In der Schweiz erzielten jedoch die Regulierungsbemühungen zwischen 2012 und 2020 keine Wirkung mehr. Es resultiere gar ein «geringfügig reduzierter Nutzen». Den Grund dafür sehen die Autoren der Studie darin, dass sich die bis 2020 eingeführten Massnahmen sich teilweise gegenseitig aufheben. So wirkten etwa die Vorgaben zur Liquiditätsregelung den verschärften Kapitalvorschriften entgegen. Insgesamt führten die schweizerischen Regulierungsbestrebungen zu einer durchschnittlichen gesamtwirtschaftlichen Bewertung, weshalb die Schweiz 2020 hinter den USA sowie Singapur auf dem dritten Platz rangiere. Entscheidende Faktoren für die Stellung der Schweizer Banken sind gemäss der Studie die Einlagesicherung, die Liquiditätsregulierung sowie die Kapitalvorschriften. Wenn in diesen drei Punkten Anpassungen vorgenommen würden, könnten die Schweizer Banken beim gesamtwirtschaftlichen Nutzen den ersten Rang einnehmen. Notiz an die Redaktion: Die Zusammenfassung der Studie kann unter www.standort.zh.ch/ bankenanlass heruntergeladen werden. Die vollständige Studie kann bei metrobasel bezogen werden.

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