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Programme und Daten im Internet statt auf dem eigenen Computer Arbeiten in der digitalen Wolke Von Kurt Haupt, SDA/MID Hintergrund

Beim Cloud-Computing befinden sich Programme und Daten im Internet statt auf dem PC.

Auch Private können meist kostenlos in der Wolke (Cloud) arbeiten und Daten speichern. Schwachpunkte sind aber Zuverlässigkeit, Privatsphäre und Sicherheit. «Mein Büro ist das Internet» erklären immer mehr Computerbenutzer. Auf das sogenannte «Arbeiten in der Wolke» (Cloud- Computing) verlassen sich auch bereits viele Firmen und Konzerne. Denn heute wechseln Mitarbeiter, Produktionsstätten und Firmensitze immer schneller. Oftmals arbeiten täglich neu zusammengewürfelte Teams in «virtuellen Büros» zusammen, weil Flexibilität und Mobilität oberstes Gebot ist. In solche Arbeitsumgebungen passt das Cloud-Computing perfekt. Denn dabei werden die Programme nicht auf den PCs und Notebooks installiert, sondern im Webbrowser ausgeführt. Auch die Daten werden statt auf den Rechnern der Mitarbeiter auf mehreren Servern im Internet gespeichert. Ein PC oder Smartphone mit Internetbrowser genügt, dass jeder Mitarbeiter von überall her auf seine digitalen Arbeitswerkzeuge und Daten zugreifen kann. Private auf der Wolke Was für die Grossen gut ist, kann auch für Private nützlich sein. Viele Cloud-Dienste lassen sich nämlich kostenlos von jedermann nutzen. Vorzeigeobjekt ist dabei Google-Docs (docs.google.com). Wer sich dort kostenlos registriert, kann direkt im Webbrowser texten, kalkulieren, zeichnen und Vortragsfolien erstellen. Bedienung und Fähigkeiten der Internetdienste ähneln dabei frappant den bekannten Microsoft-Programmen wie Word, Excel und Powerpoint. Man kann sogar Dateien der Microsoft-Programme ins Internet hochladen, dort überarbeiten und später wieder mit den gewohnten PC-Programmen weiterverwenden. Inzwischen konkurrenziert Microsoft seine PC-Programme sogar selber und bietet unter http://office.live.com kostenlose Webdienste für Büroarbeiten an. Mit Cloud-Diensten im Webbrowser lassen sich praktisch alle Aufgaben erledigen, welche früher speziellen und teils teuren Programmen vorbehalten waren: Fotos kann man auf den Internetseiten von Pixlr, Picnik oder Photoshop.com kostenlos retuschieren. Dienste wie Flickr, Picasa, Shwup und Animoto erstellen komplette Fotoalben im Internet oder wandeln Fotos in Filme um. Notizen und Informationsschnipsel aller Art verwalten Evernote und Memonic. Den Spesenzettel kann man bei Expenzez führen und Rememberthemilk kümmert sich um den Einkaufszettel. Google und Doodle erinnern an Termine oder koordinieren sie. Mindmeister.com sammelt Ideen in Mindmaps. Einen guten Überblick über Hunderte solcher Webdienste liefert das Verzeichnis unter http:/ /freenuts.com. Dort werden beispielsweise für automatische Übersetzungen zwischen unzähligen Fremdsprachen zehn verschiedene Internetadressen aufgelistet. Einmal speichern, überall nutzen Immer populärer werden auch die Speicherdienste im Internet. Vorzeigelösung ist hier der Dienst Dropbox. Auf einer Art virtuellen Festplatte im Internet kann man beliebige Dateien - von Texten über Fotos bis zu Musik - abspeichern. Der Dienst integriert sich dabei vollkommen in das Betriebssystem. Unter Windows steht einfach ein zusätzlicher Ordner zur Verfügung, der «Dropbox» heisst. Alle Daten, welche in diesen Ordner kopiert werden, sind später im Internet. Hat man mehrere Rechner, kann man auf allen PC den Dienst nutzen, die Dateien werden automatisch synchronisiert. Besonders nützlich ist Dropbox auch, weil man neben dem PC auch mit Tablet-Rechnern, Mobiltelefonen und Smartphones auf seine Daten zugreifen kann. Egal ob man auf Nokia, Apple oder Android setzt, den Internet- Datenspeicher können alle diese Geräte unterwegs einfach nutzen. Dokumente lassen sich so jederzeit lesen oder Bilder und Musik überall nutzen. Ebenfalls kostenlose Alternativen zu Dropbox sind Sugarsync, Zumodrive und Skydrive. Daten verschlüsseln Beim Arbeiten in der Cloud sollte man sich aber nicht der Illusion hingeben, nun im 7. Himmel zu sein. Bricht die Internetverbindung ab, ist man von Programmen und Daten getrennt. Geht ein Dienstanbieter Pleite oder fordert plötzlich happige Nutzungskosten, ist man auch in der Zwickmühle. Ferner mangelt es praktisch allen Diensten an Vertraulichkeit und Privatsphäre. Man liefert einerseits dem Dienstanbieter Persönliches aus und riskiert ferner, dass Kriminelle oder Behörden Zugriff auf die Daten erhalten. Das Problem wird leicht entschärft, wenn man die Verschlüsselungsfunktionen von Programmen nutzt. So lassen sich beispielsweise Word-Dokumente und Excel-Tabellen vor dem Speichern in der Cloud mit einem Passwort für Fremde unleserlich machen. Wer seinen ganzen Datenbestand vor dem Speichern in der Cloud verschlüsseln will, muss dazu auf dem PC spezielle Programme wie Boxcryptor oder Truecrypt verwenden. Verschlüsselte Daten können aber dann nur noch auf Rechnern mit dem entsprechenden Programm genutzt werden und sind für Smartphones nutzlos.

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