Post erhält mehr Geld für Pakete aus China

Die Schweizerische Post verteilt täglich Tausende Pakete aus China – bisher ein Verlustgeschäft. Nun wurden höhere Beiträge beschlossen.

Pakete aus China: Dank höheren Beiträgen kein Verlustgeschäft mehr für die Schweizerische Post.<p class='credit'>(Bild: Keystone Christian Beutler)</p>

Pakete aus China: Dank höheren Beiträgen kein Verlustgeschäft mehr für die Schweizerische Post.

(Bild: Keystone Christian Beutler)

Yvonne Debrunner@yvonnedebrunner

Bei chinesischen Onlinehändlern wie Aliexpress sind die Preise rekordtief und das Porto häufig inklusive. Das überzeugt auch viele Schweizerinnen und Schweizer: Sie bestellen Smartphone-Kabel, Modeschmuck oder Kleidungsstücke direkt aus China. Zwar kommen die Waren meist erst einige Wochen später an. Dafür entspricht der Preis einem Bruchteil des westlichen Preises.

Den Boom bekommt die Schweizerische Post zu spüren: Unterdessen verarbeitet sie täglich rund 20'000 Luftpolstercouverts oder kleine Pakete aus dem asiatischen Raum. In den Jahren 2013, 2014 und 2015 hat sich die Menge jährlich verdoppelt, wie Post-Sprecher Oliver Flüeler dem «Bund» sagt. Mittlerweile machen die Päckchen aus Asien ein Drittel aller Kleinwarensendungen aus.

Eine Entwicklung, die die Post freuen dürfte, könnte man meinen. Doch war die Zustellung der Pakete aus China für die Post bisher nicht kostendeckend. Der Grund: Der Weltpostverein, der festlegt, wie viel die Post eines Landes von der Post eines anderen Landes für die Auslieferung von deren Paketen erhält, stufte China bisher als Entwicklungsland ein. Das bedeutete, dass die Beiträge Chinas zu tief waren, als dass sie die Kosten der westlichen Postbetriebe hätten decken können. Mit der Paketschwemme aus China wurde das zum Problem.

Am Kongress des Weltpostvereins, der vergangene Woche in Istanbul stattfand, wurde daher eine Änderung beschlossen: Von 2018 bis 2021 soll die Abgeltung aus China jährlich um jeweils 13 Prozent steigen, wie die «Handelszeitung» schreibt. 2021, also in fünf Jahren, entspreche der Beitrag dann jenem, der für Pakete aus Industrieländern gelte. Erst dann werde die Zustellung der chinesischen Pakete für die Post kostendeckend sein, sagt Flüeler. Aber man wolle nicht klagen, dass man täglich 20'000 Kleinsendungen aus Asien verarbeiten könne, sagt Flüeler. Das helfe, die Auslastung zu erhöhen, und leiste damit einen Deckungsbeitrag an die Fixkosten, auch wenn man für das einzelne Paket nicht viel erhalte.

Der Bund

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