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Jetzt braucht es stärkere Kontrollen

Schweizer Anwälte konnten laut Gesetz bei ihren Geschäften weitgehend wegschauen. Das könnte sich mit den Panama-Papiern ändern.

Offshoregeschäfte sind nicht erst seit den Panama-Papieren ein Thema. Doch bisher ist vor allem darüber spekuliert ­worden – die Details kannten wir nicht. Das half den Akteuren. Sie konnten hartnäckig ­be­haupten, solche Geschäfte seien unproblematisch.

Dank der Panama-Papiere wissen wir heute mehr. Erstmals erlauben die Dokumente einen fundierten Einblick in die Praktiken jener Advokaten, die bei fragwürdigen, zum Teil wohl auch illegalen Geschäften mithelfen. Besonders dienlich ist ihnen dabei der gute Ruf der Schweiz. In nicht wenigen ­Dokumenten heisst es, ein Klient komme von einer ­«bekannten Schweizer Anwaltskanzlei» – damit erübrigen sich weitere Abklärungen über die Hintergründe von Vermögen. Auch im Fall der Gelder von Putins Entourage bringt ­Panama dieses Argument vor: Als vor zwei Wochen Journa­listen nachfragten, wie es denn möglich sei, dass eine Firma Hunderte Millionen Dollar aus Russland erhalte, und das offenbar ohne Gegenleistung, kam folgende Antwort: «Diese Firma wird von einer prestigeträchtigen Kanzlei aus der Schweiz ­geführt, die alle rechtlichen Anforderungen für die Prüfung der Gelder und der Kunden erfüllen muss.»

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