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Meine Tochter ändert den Namen: Muss sie mich nicht fragen?

Die Antwort auf eine Leserfrage zum Thema Namenswechsel bei den eigenen Kindern.

Ein Namenswechsel ändert nichts an der Familienzugehörigkeit einer Person. Bild: Keystone
Ein Namenswechsel ändert nichts an der Familienzugehörigkeit einer Person. Bild: Keystone

Ich bin Vater mehrerer Kinder und seit Jahren geschieden. Nun hat eine meiner Töchter im Alter von 25 Jahren unverhofft den Familiennamen der Mutter angenommen, ohne mich vorher zu informieren oder mir ihre Gründe zu nennen. Für mich ist dies ein Tiefschlag. Ich frage mich, wie es möglich ist, dass ein Familienmitglied einfach so aus dem Familienverband austreten kann, ohne dafür wenigstens die Zustimmung des Vaters einzuholen. Auch wüsste ich gerne, welche Folgen die Namensänderung hat – zum Beispiel, ob meine Tochter erbberechtigt bleibt und ob die Änderung auf den Ämtern eingetragen wird. Was kann ich unternehmen, um mein Nichteinverständnis kundzutun?

Gegen die Namensänderung können Sie nichts unternehmen. Ihre Tochter ist volljährig und kann dies ohne Ihre Zustimmung tun. Wenn eine erwachsene, urteilsfähige Person ihren Namen ändern will, muss sie bei der zuständigen kantonalen Behörde ein entsprechendes Gesuch einreichen. Diese bewilligt die Änderung, wenn dafür achtenswerte Gründe vorliegen. Offenbar war dies bei Ihrer Tochter der Fall.

Dass Sie das Vorgehen Ihrer Tochter kränkt, ist verständlich. Ihre Befürchtung aber, dass sie mit der Namensänderung aus dem Familienverband austritt, ist unbegründet. Denn zum einen hat Ihre Tochter den Namen der Mutter angenommen, die ja zum gleichen Familienverband gehört. Zum andern ist das verwandtschaftliche Verhältnis zwischen Eltern und Kindern nicht durch den Namen, sondern durch das Gesetz definiert. Ihre Tochter bleibt Ihre Tochter. Sie ist auch weiterhin gleichermassen erbberechtigt wie Ihre übrigen Söhne und Töchter.

Namenswechsel sind einfacher geworden

Schliesslich hat ein einheitlicher Familienname heute nicht mehr dieselbe Bedeutung wie früher. Das zeigt sich unter anderem auch im Namensrecht, das auf Anfang 2013 geändert wurde: Es gewährt mehr Wahlfreiheit. So können Brautleute bei der Heirat selber bestimmen, ob sie ihren Ledigennamen beibehalten oder einen einheitlichen Familiennamen tragen wollen. Die Kinder verheirateter Paare erhalten entweder den von den Eltern festgelegten Familiennamen oder sonst den Ledigennamen eines Elternteils. Kommt es zur Scheidung, kann ein Ehegatte, der seinen Namen zugunsten der Familie geändert hat, diesen wieder ablegen.

Auch für alle übrigen Personen ist der Wechsel des Namens mit der Gesetzesänderung einfacher geworden. Sie müssen nur noch achtenswerte Gründe vorweisen können, zuvor brauchte es dafür einen wichtigen Grund. Ist ein Namenswechsel bewilligt, wird er im elektronischen Zivilstandsregister eingetragen. Selbstverständlich sind dann auch alle persönlichen Ausweise entsprechend anzupassen.

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