Zum Hauptinhalt springen

McKinsey schlägt zahlreiche Reformen für Griechenland vor Halbe Million neue Jobs und 55 Milliarden Euro zusätzliches BIP möglich Analyse

Wer den Schaden hat, braucht für Ratschläge nicht zu sorgen: Das Beratungsunternehmen McKinsey schlägt Griechenland einen Strauss von Reformen vor.

Befolge das gebeutelte Land diese, seien in den nächsten zehn Jahren eine halbe Million neue Jobs und 55 Milliarden Euro zusätzliches BIP möglich. Damit könnte das Wachstum der griechischen Konjunktur im Durchschnitt auf jährlich 3 Prozent verdoppelt werden, heisst es in der Studie, die McKinsey-Griechenland-Chef Giorgos Tsopelas am Mittwoch vor den Medien in Zürich vorstellte. Die griechische Wirtschaft müsse von ihrer Konzentration auf den Konsum wegkommen hin zu mehr Export. Zwischen 2000 und 2008 waren 97 Prozent des Wirtschaftswachstums dem überbordenden privaten und staatlichen Konsum zu verdanken. Das sei nicht lebensfähig, sagte Tsopelas. Dies habe die Handelsbilanz verschlechtert, da gleichzeitig die Exporte lahmten. Den grössten Teil der Investitionen hätten Private und der Staat auf Pump finanziert. Sinkende Steuereinnahmen Derweil seien die Steuereinnahmen wegen der grassierenden Steuerhinterziehung und der laschen Kontrollen gesunken. Dadurch dürften dem Staat zwischen 15 Milliarden und 20 Milliarden Euro pro Jahr entgangen sein, hiess es weiter. 2008 habe die Verschuldung des Landes 214 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP) betragen. Damit lag sie gleich hoch wie in den USA und höher als in der EU (200 Prozent). Zudem hinke Griechenland bei den ausländischen Direktinvestitionen, der Produktivität und beim Anteil der arbeitenden Bevölkerung hinterher. Hinzu komme eine ausufernde Bürokratie, ein kompliziertes Rechtssystem sowie stark regulierte Märkte und Berufe. Griechenland ziehe zu wenig Kapital an, um stellenschaffende Geschäftsfelder zu erzeugen. Massnahmenkatalog McKinsey schlägt nun 20 Massnahmen vor, die der griechische Staat beherzigen sollte, um die Hürden für Wachstum, Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit beiseite zu räumen und das Wachstumspotential des Landes freizulegen. So sollten Prioritäten wieder auf die Infrastruktur gelegt werden wie etwa den Bau von 3 bis 4 neuen Häfen für Kreuzfahrtschiffe, 30 Jachthäfen, die Vergrösserung der Häfen von Piräus, Thessaloniki und Patras. Entwickelt werden sollte beispielsweise auch eine Hochgeschwindigkeits-Frachteisenbahn von Patras über Athen und Thessaloniki nach Evzoni an der mazedonischen Grenze. Auch in der Bürokratie ortet McKinsey Handlungsbedarf: So müssten die Bewilligungen für Investitionen vereinfacht und beschleunigt werden, wie man dies bereits für die Olympischen Spiele 2004 gemacht habe. Darüber hinaus schlägt das Beratungsunternehmen Reformen der Gerichtsbarkeit und im Schulwesen vor.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch