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Mario Draghi: Notenbank setzt unkonventionelle Massnahmen fort

Bern Der künftige EZB-Präsident Mario Draghi hat die Bereitschaft der Notenbank signalisiert, das Finanzsystem weiterhin mit unkonventionellen Massnahmen zu stützen.

Die EZB sei entschlossen, solche Mittel zu nutzen, um eine Störung der Märkte zu verhindern. Zudem werde man damit sicherzustellen, dass geldpolitische Impulse der EZB in der Wirtschaft ankämen, sagte Draghi am Mittwoch laut Redetext in Rom. Die Aussage machte Draghi nur wenige Stunden vor Beginn des zweiten Euro-Krisengipfels in Brüssel. Draghi beschrieb die Lage in seinem Heimatland Italien und international als «dramatisch». Er sehe deshalb auch ein «signifikantes Risiko» einer deutlichen Konjunkturabkühlung in der Euro-Zone, sagte der Chef der italienischen Notenbank. Die EZB stützt das taumelnde Finanzsystem aktuell mit einer Vielzahl von Massnahmen: Zum einen kauft sie Staatsanleihen von Problemländern wie Griechenland, Irland, Portugal, Italien und Spanien und hat bis dato Papiere für fast 170 Milliarden Euro in ihrer Bilanz. Zudem stellt sie den Banken in grossem Umfang Liquidität zur Verfügung. Bei einem neuen Jahrestender - die Zentralbank übernimmt dabei Wertpapiere von den Geschäftsbanken und erhöht damit deren liquide Mittel - riefen zum Beispiel 181 Institute bei der Zentralbank knapp 57 Milliarden Euro ab. Die Währungshüter hatten das Instrument aus den Zeiten der Finanzkrise Anfang Oktober reaktiviert. Die Banken zögern wegen der Euro-Schuldenkrise wieder, sich gegenseitig Geld zu leihen. Das weckte Befürchtungen, der Geldhandel könnte - wie nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers - erneut austrocknen.

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