Madoffs Opfer müssen warten

Bernie Madoff brachte Tausende Investoren um ihr Erspartes. Viele wurden noch nicht entschädigt. Ein Opfervertreter verdient derweil gutes Geld.

Bernie Madoff auf dem Weg ins Gericht, 2009: Der Betrüger sitzt eine Strafe von 150 Jahren ab.

Bernie Madoff auf dem Weg ins Gericht, 2009: Der Betrüger sitzt eine Strafe von 150 Jahren ab.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Es ist über acht Jahre her, dass Bernie Madoff verhaftet wurde. Nun sitzt der inzwischen 79-Jährige wegen Betrugs eine 150-jährige Haftstrafe ab. Tausende Anleger hatte Madoff mit seinem Schneeballsystem um ihr Erspartes gebracht. Die Schadenssumme beläuft sich auf über 60 Milliarden Dollar. Und noch immer hat ein Grossteil der Betrogenen keine Entschädigungszahlungen erhalten – dabei hätte das schon 2016 passieren sollen.

Wegen «Umfang und Komplexität der Forderungen» verzögere sich die Auszahlung der Entschädigungen, heisst es von Richard Breeden, der den vier Milliarden Dollar schweren Opferfonds verwaltet. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Breeden selbst hatte im Februar 2016 verkündet, dass 40'000 Opfer bereits bis Ende desselben Jahres entschädigt würden. Man gehe inzwischen davon aus, dass die ersten Zahlungen 2017 erfolgen und grösser ausfallen als bisher gedacht.

Investoren sind enttäuscht

Die geprellten Investoren sind sauer. Und das nicht nur wegen der Verspätung, denn: Wie das US-Justizministerium Bloomberg bestätigt, hat Breeden in den vergangenen Jahren an der Verwaltung der Gelder gut verdient. Er kassierte über 38 Millionen Dollar für seine Arbeit. Das Geld stammt ebenfalls aus dem Opferfonds. «Es ist frustrierend, dass jemand Geld mit unseren Problemen macht und dass dieses Geld eigentlich uns zusteht», so eine Investorin.

Immerhin: Irving Picard, der für die Liquidierung von Madoffs Firma Bernard L. Madoff Investment Securities zuständig ist, hat bereits über neun Milliarden Dollar an Opfer von Madoff zurückgezahlt. Picards Firma nahm aber nur Klagen jener Investoren an, die direkt mit Madoffs Firma zu tun hatten und nicht über Drittfirmen in das Schneeballsystem verwickelt wurden. Das verringert den administrativen Aufwand. (laf)

Erstellt: 26.05.2017, 11:49 Uhr

Artikel zum Thema

Hat das Tessin einen Fall Madoff?

Ein Vermögensverwalter aus Morcote mit Büros im In- und Ausland sitzt in Untersuchungshaft. Er soll 40 Millionen Franken seiner Kunden veruntreut haben. Mehr...

J. P. Morgan zahlt 1,7 Milliarden an Madoff-Opfer

Die Grossbank soll das Schneeball-System von Bernard Madoff gedeckt haben. Nun muss das Geldinstitut Milliarden an die Opfer des Betrügers entrichten. Mehr...

Zehn Jahre Haft für Madoffs Bruder

Peter folgt Milliardenbetrüger Bernard Madoff ins Gefängnis. Das Gericht sieht es als erwiesen, dass er für seinen Bruder Dokumente gefälscht und Steuern hinterzogen hat. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Werbung

Volltreffer! Die Fussballkolumne.

Grädel schreibt über Fussball und die Welt. Wenn einer in Bern und Umgebung echten Fussballsachverstand hat, dann er.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Kein Ball aber viel Rauch: Der Fussballer Tyler Roberts von Wales steht beim Spiel gegen Dänemark in Cardiff im Dunstkreis von einer Fan-Fackel. (17. November 2018)
(Bild: Matthew Childs) Mehr...