Zum Hauptinhalt springen

Luxusgüter Luxusboom beschert Richemont ein Glanzresultat Uhrenkonzern Swatch peilt neuen Umsatzrekord an Von Johannes Brinkmann, sda

Nicht nur Geiz, sondern auch Luxus ist geil: Die boomenden Verkäufe von teuren Uhren und Schmuck haben dem Genfer Luxusgüterkonzern Richemont im vergangenen Geschäftsjahr ein Glanzresultat beschert.

Umsatz und Gewinne erreichten Spitzenwerte. Der Aktienkurs machte einen Freudensprung. Der Umsatz legte im vergangenen Geschäftsjahr 2011/12 (per Ende März) um 29 Prozent auf 8,87 Milliarden Euro zu, der Betriebsgewinn gar um gut die Hälfte auf 2,04 Milliarden Euro. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen mit Marken wie beispielsweise Cartier, Montblanc, IWC oder Vacheron Constantin 1,54 Milliarden Euro. Das sind um 43 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit hat Richemont bei Umsatz und Betriebsgewinn neue Rekorde erzielt. Nur beim Reingewinn blieb die Gruppe etwas unter der Bestmarke von 1,57 Milliarden Euro aus dem Geschäftsjahr 2007/08. Damals stammte allerdings über ein Drittel des Gewinns aus der Beteiligung am Zigarettenkonzern British American Tobacco (BAT), die mittlerweile ausgelagert ist. Auch bei der Konkurrenz klingeln die Kassen: Nachdem Swatch im vergangenen Jahr erstmals mit 7,14 Milliarden Fr. die 7-Milliarden-Grenze geknackt hat, peilt der Uhrenkonzern nun einen neuen Rekord an. Swatch versuche, heuer die Marke von 8 Milliarden Fr. zu übertreffen, kündigte Konzerchef Nick Hayek am Mittwoch am Rande der Generalversammlung an. Der französische Luxusgüterkonzern LVMH hat im vergangenen Jahr mit 23 Milliarden Euro Umsatz und über 3 Milliarden Euro Reingewinn ebenfalls neue Bestmarken aufgestellt. Erwartungen übertroffen Richemont-Chef Johann Rupert zeigte sich am Mittwoch sehr zufrieden mit den Ergebnissen. In allen Segmenten und Weltregionen seien die Verkäufe stark gewachsen. Die Schmuck- und Uhrenmarken hätten Rekordumsätze und Gewinne eingefahren und dies trotz dem starken Franken und den steigenden Rohmaterialpreisen. Die Erwartungen der Finanzgemeinde hat Richemont klar übertroffen. Analysten hatten gemäss der Nachrichtenagentur AWP im Durchschnitt mit einem Umsatz von 8,6 Milliarden Euro und einem Reingewinn von 1,362 Milliarden Euro gerechnet. Für ein Strahlen bei den Aktionären sorgte auch die Ankündigung einer Dividendenerhöhung um 22 Prozent und ein Aktienrückkaufprogramm. Börsianer sprachen laut der Nachrichtenagentur Reuters von einem Lichtblick im aktuell düsteren Umfeld. An der Schweizer Börse notierte die Richemont-Aktie bei Börsenschluss um 8,1 Prozent höher auf 57,65 Franken. Die Swatch- Aktie gewann ebenfalls 2,7 Prozent an Wert und beendete den Tag auf 68,80 Franken. Richemont habe ein glanzvolles Resultat erzielt, urteilten die Analysten der Bank Notenstein gemäss der Nachrichtenagentur AWP. Erfreulich sei, dass Richemont rund um den Globus zugelegt habe. Sogar im von der Schuldenkrise geplagten Europa konnte die Gruppe den Umsatz kräftig um 17 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro steigern. Kaum Bremsspuren durch Schuldenkrise Die Verkäufe auf dem «Alten Kontinent» wurden durch Touristen aus aller Welt in die Höhe getrieben. Europa werde immer mehr zum Openair-Museum für reisende Chinesen, sagte Richemont-Chef Johann Rupert in einer Telefonkonferenz. Die Schuldenkrise laste aber auf den Verkäufen in Südeuropa. Italien sei traditionellerweise ein grossartiger Markt für Luxusgüter, sagte Rupert. Seit allerdings die Regierung von Ministerpräsident Mario Monti in ihrer Jagd auf reiche Steuersünder Einkäufe mit Bargeld von über 1000 Euro verboten habe, dämpfe dies «la dolce vita» in Italien. Dagegen liefen in anderen europäischen Ländern die Geschäfte nach wie vor gut, insbesondere in Osteuropa und Russland. Unangefochtener Spitzenreiter bleibt indes Asien mit einem Plus von 43 Prozent. Der Start ins laufende Geschäftsjahr war stark. Im April lagen die Umsätze bereits um 29 Prozent über dem Vorjahresniveau. Insgesamt sei eine Abschwächung in Europa nicht erkennbar, sagte Rupert.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch