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Zweimal Daumen hoch, einmal runter

Erholung in der Eurozone: Die Wirtschaft Spaniens wuchs so stark wie seit sieben Jahren nicht mehr. Auch die Arbeitslosigkeit in der EU geht zurück – dennoch bleiben Warnsignale.

Die Wirtschaft wächst, die Arbeitslosigkeit sinkt: Arbeiter in der Seat-Manufaktur in der Nähe von Barcelona. (5. Dezember 2014)
Die Wirtschaft wächst, die Arbeitslosigkeit sinkt: Arbeiter in der Seat-Manufaktur in der Nähe von Barcelona. (5. Dezember 2014)
AFP

Nach einer mehrjährigen Durststrecke kommt Spaniens Wirtschaft immer stärker in Schwung. Im vierten Quartal 2014 legte die viertgrösste Volkswirtschaft der Eurozone gegenüber dem Vorquartal um 0,7 Prozent zu, wie das teilte Statistikamts INE mitteilte. Das ist der stärkste Zuwachs seit dem Schlussquartal 2007. Damit war das Plus etwas grösser als von Experten erwartet.

Im Jahresvergleich erhöhte sich das BIP im Schlussquartal um 2,0 Prozent. Dank dieses fulminanten Jahresendspurts lag die Wirtschaftsleistung im Gesamtjahr unter dem Strich um 1,4 Prozent über dem Vorjahr. Damit liegt Spanien fast auf Höhe Deutschlands mit einem Wachstum von 1,5 Prozent. Allerdings hinkt der Vergleich: Während sich die grösste Wirtschaft Europas in den Vorjahren dem Sog der Euro-Schuldenkrise entziehen und immerhin Miniwachstum verbuchen konnte, war die spanische Wirtschaft zuvor jahrelang auf Schrumpfkurs.

Für 2015 geht die Regierung bislang von einem nochmals beschleunigten Wachstum von 2,0 Prozent aus. Wirtschaftsminister Luis de Guindos sagte in der vorigen Woche allerdings, dass sogar eine Marke von fast drei Prozent möglich sein könne. Er kündigte für April eine Korrektur der offiziellen Wachstumsprognose nach oben an.

Tiefe Arbeitslosigkeit

Die Eurozone erholt sich also – mit positivem Einfluss auf die Arbeitslosigkeit: Die Arbeitslosenquote in den Euroländern sank die Quote auf den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Und in der ganzen EU präsentiert sich die Situation so gut wie letztmals vor mehr als drei Jahren. Im Dezember 2014 betrug die Arbeitslosenquote in den Ländern mit der gemeinsamen Währung 11,4 Prozent, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat am Freitag in Luxemburg mitteilte. Auf alle EU-Länder gerechnet beträgt die Quote 9,9 Prozent, was letztmals im Oktober 2011 der Fall war.

Insgesamt waren im Dezember 18,13 Millionen Männer und Frauen in den Eurostaaten ohne Job. Die niedrigste Arbeitslosigkeit weist Deutschland mit einer Quote von 4,8 Prozent auf, gefolgt von Österreich. Besonders betroffen sind nach wie vor Griechenland mit 25,8 Prozent (Stand Oktober 2014), sowie Spanien mit 23,7 Prozent. Gar einen Anstieg der Arbeitslosigkeit mussten Italien und Frankreich verkraften.

Konsumentenpreise sinken weiter

Die Preise in der Eurozone sind den zweiten Monat in Folge gefallen. Wie die Statistikbehörde Eurostat in einer ersten Schätzung mitteilte, sanken die Lebenshaltungskosten in den 19 Ländern der Währungsunion um 0,6 Prozent. Im Dezember waren die Konsumentenpreise erstmals seit fünf Jahren zurückgegangen. Mit dem erneuten Minus dürften Warnungen Auftrieb erhalten, dass die Eurozone auf eine Deflation zusteuern könnte.

Die Europäische Zentralbank (EZB) will ab März mehr als eine Billion Euro in den Finanzkreislauf pumpen, um die Inflation anzuheizen und eine Deflation zu verhindern. Denn wenn Preise dauerhaft ins Rutschen geraten, könnten Löhne und Investitionen sinken und so die Wirtschaft in eine Abwärtsspirale treiben.

In Griechenland und Spanien fallen die Preise schon länger. Zugleich herrscht dort eine Kreditklemme. Mit dem massenhaften Ankauf von Staatsanleihen ab März will die EZB gegensteuern. Das Kalkül dahinter: Banken sollen die Papiere abstossen und im Gegenzug mehr Kredite vergeben. Damit könnte die schwache Konjunktur in der Eurozone angekurbelt werden.

SDA/rar

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