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Wirtschaft erholt sich, Zinsen bleiben tief

Trotz verbesserter Wirtschaftslage: Die drei grossen Notenbanken Fed, Bank of England und EZB lassen ihren Leitzins alle unverändert auf Rekordtief.

Draghi belässt alles beim Alten: Die EZB will die angeschlagene Wirtschaft weiterhin mit billigem Zentralbankgeld aufpäppeln. (Video: Reuters)

Europas Währungshüter halten am Krisenmodus fest. So beschloss der EZB-Rat heute Donnerstag in Frankfurt wie erwartet, den Leitzins bei 0,5 Prozent zu belassen. Zwar hält sich die Forderung nach noch billigerem Zentralbankgeld, weil die Wirtschaft im Euro-Raum noch nicht richtig an Fahrt aufgenommen hat. Doch seit der Zinssenkung im Mai hat sich die Lage stetig entspannt; immer mehr Indizien deuten auf ein Ende der Rezession hin.

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) selbst rechnet damit, dass sich die Konjunktur im weiteren Jahresverlauf allmählich erholen wird. Niedrige Zinsen sollen Investitionen anschieben und damit die Wirtschaft in Schwung bringen. Höhere Zinsen hat EZB-Präsident Mario Draghi auf absehbare Zeit ausgeschlossen.

Sitzungsprotokolle sollen öffentlich werden

Zuletzt stand ohnehin mehr die Kommunikationsstrategie der Notenbank im Fokus: Führende Notenbanker schürten zuletzt die Hoffnung auf mehr Transparenz und eine Veröffentlichung der Sitzungsprotokolle. Mit dieser Änderung würde die Zentralbank für die Akteure an den Finanzmärkten berechenbarer - ein wichtiger Schritt gerade in unruhigen Zeiten wie der schwelenden Euro-Schuldenkrise.

Das EZB-Direktorium werde dem Rat im Herbst einen entsprechenden Vorschlag zur Diskussion und Entscheidung vorlegen, erklärte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag. Bislang liegen die Protokolle 30 Jahre unter Verschluss. Fast alle anderen bedeutenden Notenbanken veröffentlichen bereits einige Wochen nach ihren Ratstreffen solche Protokolle, so auch die japanische Zentralbank, die Bank of England (BoE) oder die US-Notenbank Fed.

Fed wartet ab

Die Fed hatte am Vortag ebenfalls entschieden, ihren Leitzins in einer Spanne zwischen null und 0,25 Prozent zu belassen. Auf diesem Niveau liegt die Fed Funds Rate seit Ende 2008, also seit viereinhalb Jahren.

Bis zu einer nachhaltigen Besserung der Konjunktur würden weiter Monat für Monat für 85 Milliarden Dollar (rund 79 Milliarden Franken) Staatsanleihen und Immobilienpapiere gekauft, teilte die Notenbank in Washington mit. Die Fed sei allerdings bereit, die Käufe bei Bedarf zu verringern oder zu verstärken, hiess es nach der Sitzung des Offenmarktausschusses.

Fed-Chef Ben Bernanke hatte angekündigt, das Anleihen-Ankaufprogramm bis Mitte 2014 auslaufen lassen zu wollen. Die Ankündigung hatte zunächst zur Verunsicherung an den Märkten geführt. Wann die Fed mit dem Ausstieg beginnt, liess sie nun weiter offen.

Grossbritannien belässt Zinssatz bei 0,5 Prozent

Gleichentags wie die EZB verzichtete auch die britische Notenbank auf eine Änderung ihrer Geldpolitik und beliess den Zinssatz bei 0,5 Prozent. Wie lange die Zinsen noch auf dem Rekordtief bleiben, dazu äusserten sich die BoE-Währungshüter um den neuen Chef Mark Carney nicht.

Auch das Anleihenankaufprogramm im Volumen von 375 Milliarden Pfund wird vorerst nicht ausgeweitet. Das Kaufprogramm ruht seit Oktober 2012. Derzeit mehren sich denn auch die Anzeichen dafür, dass die britische Wirtschaft das Schlimmste hinter sich haben könnte. Im zweiten Quartal hatte sie ihr Wachstum verdoppelt: Das Bruttoinlandprodukt legte um 0,6 Prozent zu.

SDA/fko

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