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Wieder über 1.10 – Euro legt zum Franken zu

Die wichtige Marke ist geknackt. Die Schweizer Währung schwächt sich zum Euro deutlich ab.

Kurz nach Mittag war es soweit: Die Gemeinschaftswährung übersprang zum Schweizer Franken erstmals seit September 2016 die Marke von 1.10. Konjunkturbeobachter schreiben das Erstarken des Euro der wirtschaftlichen Erholung zu, welche nun alle neunzehn Mitgliedstaaten der Währungsunion erfasse.

Ein starker Sprung nach oben: Der Euro überspringt zum Franken gegen Mittag die Marke von 1.10.
Ein starker Sprung nach oben: Der Euro überspringt zum Franken gegen Mittag die Marke von 1.10.

Am frühen Nachmittag kletterte der Euro auf einen Kurs von 1,1015 Franken. Noch zu Jahresbeginn hatte die Unsicherheit um die französischen Wahlen den Euro geschwächt.

Nachdem der Pro-Europäer Emmanuel Macron die Präsidentenwahl gewonnen hatte, legte die europäische Gemeinschaftswährung wieder an Wert zu. Auch die Spekulationen auf ein Ende der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) trugen dazu bei. Zuletzt gab es auch weniger Anzeichen, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) mit Devisenkäufen den Franken schwächen musste.

Deutsche Exporte helfen

Am Montag gab nun ein überraschend starker Anstieg der deutschen Exporte im Mai dem Euro weiteren Auftrieb. Laut dem Statistischen Bundesamt legten die Ausfuhren gegenüber dem Vormonat um 1,4 Prozent zu und damit deutlich stärker als von Analysten prognostiziert. Auch die Importe entwickelten sich dynamischer als erwartet. Vor allem der Handel mit den Ländern ausserhalb der Europäischen Union nahm an Fahrt auf.

Nach einem optimistischen Konjunkturausblick von EZB-Chef Mario Draghi vor knapp zwei Wochen erwarten Experten, dass die Notenbank eine allmähliche Abkehr von ihrer ultralockeren Geldpolitik einleiten wird. Auch die Spekulationen auf eine Zinsanhebung der EZB im kommenden Jahr haben deutlich zugenommen.

Draghis damalige Worte deuteten manche Händler als Signal, dass die EZB sich darauf vorbereite, ihre Staatsanleihenkäufe von derzeit 60 Milliarden Euro pro Monat ab Januar herunterzufahren. Die Insider sagten, das sei jedoch noch längst nicht beschlossen. Ob es dazu komme, hänge auch von der Inflationsentwicklung ab.

SDA/cpm

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