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Weshalb die Gesundheitskosten weiter steigen

Die Schweizer Gesundheitsausgaben werden auch in den nächsten Jahren anwachsen, wenn auch etwas weniger stark als 2009. Jan-Egbert Sturm von der ETH erklärt, weshalb dieser Trend unumgänglich ist.

«Prämienanstieg ist nicht zu umgehen»: Jan-Egbert Sturm von der Konjunkturforschungsstelle der ETH.

Die Gesundheitsausgaben dürften zwar auch in den kommenden zwei Jahren steigen - allerdings weniger stark als im Jahr 2008 und voraussichtlich auch als im 2009. Die Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich prognostiziert für das Jahr 2011 einen Anstieg der Kosten um 3,7 Prozent und für das Jahr 2012 einen solchen von 3 Prozent. Dies zeigt die am Montag präsentierte Herbstprognose der Gesundheitsausgaben.

Dies bedeutet eine deutliche Abschwächung des Kostenanstiegs der letzten Jahre. Im Jahr 2008 betrug das Wachstum noch ganze 5,9 Prozent. Für das Jahr 2009 erwartet die KOF eine Wachstumsrate von 5 Prozent. Weil die definitiven Zahlen für 2009 noch nicht vorliegen, handelt es sich dabei jedoch nur um eine Schätzung. Auch für das laufende Jahr gibt es keine genauen Zahlen. Die KOF erwartet aber auch schon für 2010 eine Abschwächung, konkret noch 3,4 Prozent Kostensteigerung.

Grund: Stagnierende Löhne

Der Hauptgrund für das abgeschwächte Wachstum sind die Löhne des Gesundheitspersonals, die in den kommenden zwei Jahren voraussichtlich nicht mehr steigen werden. Dies, weil die Schweizer Konjunktur insgesamt vorübergehend gedämpft werden dürfte. Nebst den stagnierenden Löhnen wirken sich auch gesunkene Medikamentenpreise dämpfend aus. Auf März 2010 traten Preissenkungen in Kraft, die laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) zu jährlichen Einsparungen von 400 Millionen Franken führen.

Insgesamt werden die Gesundheitsausgaben gemäss KOF-Prognose in den nächsten zwei Jahren um über 4 Milliarden Franken steigen, von 63,5 Milliarden im laufenden Jahr auf 67,8 Milliarden im Jahr 2012. Die Gesundheitsausgabenquote, also der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandprodukt (BIP) steigt gemäss der neuesten Prognose ebenfalls weiter an, und zwar von 10,7 Prozent im Jahr 2008 auf 11,7 Prozent im Jahr 2012.

Neues Tarifsystem ab 2012: Auswirkungen unklar

Noch nicht in dieser Prognose berücksichtigt sind allfällige Auswirkungen des neuen Tarifsystems SwissDRG, das ab 2012 gelten soll. Mit SwissDRG (Swiss Diagnosis Related Groups) sollen an den Schweizer Spitälern leistungsbezogene Fallpauschalen eingeführt werden.

Ob sich SwissDRG kostentreibend oder kostensenkend auswirken wird, ist gemäss Institutsleiter Jan-Egbert Sturm noch unklar. Es gebe Argumente in beide Richtungen, sagte er. Die Konjunkturforschungsstelle werde deshalb noch keine Aussage machen. «Das wäre wie Kaffeesatzlesen».

SDA/jak

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