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Welche EU-Länder am stärksten wachsen

Sorgen um die Schuldenkrise zum Trotz ist die europäische Wirtschaft in den ersten drei Monaten des Jahres gewachsen. Die Sieger, die Verlierer.

Die europäische Wirtschaft erholt sich. Trotz der Krise legte das Bruttoinlandprodukt (BIP) in der Euro-Zone um 0,8 Prozent zu. EU-Währungs- und Wirtschaftskommissar Olli Rehn forderte in Brüssel, der eingeschlagene Weg müsse fortgesetzt werden.

Nötig seien weitere Haushaltskonsolidierungen sowie die Schaffung neuer Arbeitsplätze und die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. «Die europäische Wirtschaft wird ihre schrittweise Erholung dieses und nächstes Jahr fortsetzen», sagte Rehn vor den Medien.

Aufschwung auf soliden Füssen

Die wichtigste Botschaft der Frühjahrsprognose der EU- Statistikbehörde Eurostat sei: «Der Wirtschaftsaufschwung in Europa steht auf soliden Füssen und wird sich trotz der jüngsten externen Turbulenzen und Spannungen auf dem Markt für Staatsanleihen weiter fortsetzen», erklärte Rehn weiter.

Der Arbeitsmarkt werde sich aber nur langsam verbessern. Zudem variieren die Arbeitslosenzahlen in der EU zwischen 4 bis 5 Prozent in den Niederlanden und Österreich und 21 Prozent in Spanien und den baltischen Ländern.

Deutlich nach oben revidierte die Kommission die Inflationsprognose für die Euro-Zone. So wird nun mit einem Preisanstieg von 2,6 Prozent nach 2,2 Prozent in der vorangegangenen Prognose gerechnet. Dies spiegle den Anstieg der Rohstoffpreise wider.

Sieger...

Die Wirtschaft in der Euro-Zone profitiert vor allem von Impulsen der Schwergewichte Deutschland und Frankreich. In Deutschland verbesserte sich die Konjunktur überraschend um 1,5 Prozent und erreichte damit wieder das Niveau aus Zeiten vor der Krise Anfang 2008.

In Frankreich kletterte die Wirtschaftskraft um 1,0 Prozent und damit ebenfalls stärker als erwartet. Italiens Wirtschaft als Nummer drei kam erneut kaum vom Fleck und blieb mit einem Wachstum von 0,1 Prozent wie schon Ende 2010 nur knapp über der Stagnation.

Die Länder mit den besten Ergebnissen waren nach Eurostat-Angaben Litauen mit einem Plus von 3,5 Prozent, Estland mit 2,1 Prozent sowie Deutschland mit 1,5 Prozent.

...und Sorgenkinder

Während die spanische Wirtschaft leicht um 0,3 Prozent zulegte, schaffte es das Nachbarland Portugal nicht aus der Rezession. Die portugiesische Wirtschaft schrumpfte zum Vorquartal und zum Vorjahresquartal jeweils um 0,7 Prozent.

Die portugiesische Wirtschaft stehe vor grossen Herausforderungen, sagte Rehn. Es seien «mutige Schritte nötig», um die Wirtschaft wieder in die richtige Spur zu bringen.

In Griechenland, das wie Portugal und Irland auf Finanzhilfen des IWF und seiner europäischen Partner angewiesen ist, kletterte die Wirtschaftsleistung zum Jahresauftakt um 0,8 Prozent.

Sorgenkind Griechenland

Im Vergleich zum ersten Quartal 2010 sackte sie um 4,8 Prozent ab. Experten hatten allerdings sogar ein Minus von 6,6 Prozent befürchtet. Der finnische EU-Kommissar sprach von einer «interessanten Entwicklung».

Wie es mit dem hoch verschuldeten Griechenland weitergeht, wird auch eines der Hauptthemen des Treffens der Euro-Gruppe vom nächsten Montag sein. Nötig sei ein Durchbruch beim Privatisierungsprozess, sagte Rehn.

Abwärtsrisiken

Die irischen BIP-Zahlen kommen jeweils ein Vierteljahr später. Für das Schlussquartal 2010 gab Eurostat einen Rückgang von erneut 0,5 Prozent im Jahres- und ein Minus von 1,6 Prozent im Quartalsabstand für die Inselrepublik bekannt. Die grosse Herausforderung für Irland wird laut Rehn sein, den Export wieder anzukurbeln.

Trotz Zuversicht verhehlte Rehn die möglichen Abwärtsrisiken für die Konjunktur nicht. Die Entwicklung in Nordafrika sowie die wirtschaftlichen Auswirkungen des Erdbebens und Tsunamis in Japan hätten die Unsicherheiten verstärkt.

sda/dapd/bru

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