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Washington fordert Antworten zum «Flash Crash»

Die Ermittlungen der US-Börsenaufsicht zum dramatischen Kurssturz vom 6. Mai kommen nur langsam voran. Der US-Senat wird ungeduldig.

Unter Druck: Mary Schapiro, Chefin der US-Börsenaufsicht SEC, gibt in Washington Auskunft zum Ermittlungsstand.
Unter Druck: Mary Schapiro, Chefin der US-Börsenaufsicht SEC, gibt in Washington Auskunft zum Ermittlungsstand.
Keystone

Zum zweiten Mal innerhalb von zehn Tagen sind die Chefs der US-Börsenaufsicht am Donnerstag vor einem Senatskomitee aufgetreten und haben ungehaltenen Senatoren Fragen zum dramatischen Kurssturz vom 6. Mai beantwortet.

Dabei wurde klar, dass die Ermittlung der Ursachen den Politikern zu langsam geht. «Wenn die Börsenaufsicht den genauen Grund nicht kennt, wie zum Teufel sollen dann die Investoren Vertrauen in die Börse haben?» wollte der republikanische Senator Jim Bunning wissen.

Schapiro verspricht baldige Resultate

Mary Schapiro, Chefin der Börsenaufsicht SEC, versicherte den Senatoren, dass 100 ihrer Mitarbeiter rund um die Uhr an nichts anderem arbeiten, Millionen von Daten analysieren und auch nach Hinweisen auf allfällige illegale Aktivitäten fahnden. «Sollen wir auf Gesetzesverletzungen stossen, werden wir die entsprechenden Massnahmen ergreifen», sagte Schapiro.

Es werde aber nicht nur das Verhalten einzelner Marktteilnehmer untersucht, sondern auch das Vorgehen gewisser Börsen unter die Lupe genommen, die einige Transaktionen nachträglich für ungültig erklären haben. Schapiro bezeichnete die angewendeten Regeln dafür als «beliebig».

Verschnaufpausen

Die von der SEC vorgeschlagenen, neuen einheitlichen Regeln werden derzeit von den Börsen und Regulatoren überprüft und sollen Mitte Juni in Kraft treten. Dabei soll in einer sechsmonatigen Pilotphase der Handel einer S&P 500-Aktie für fünf Minuten unterbrochen werden, sobald ihr Kurs innert fünf Minuten um 10 Prozent oder mehr fällt oder steigt.

Auf die Frage eines Senators, weshalb diese automatische Abschaltfunktion auch bei steigenden Werten gelten soll, erklärte Schapiro, dass die Kurse von fünf Unternehmen am 6. Mai auf 100'000 Dollar gestiegen waren, darunter jener von Apple und Hewlett-Packard.

Börse gibt Schwarzen Peter weiter

«Investoren, die Aktien für 100'000 Dollar kaufen, sind genauso benachteiligt wie jene, die ihre Aktien für einen Cent verkaufen. Die Fairness gebietet, dass die Handelspause in beide Richtungen gilt», argumentierte Schapiro.

Ein Vertreter der New York Stock Exchange erklärte, dass die Regulatoren die Schuld für den «Flash Crash» nicht bei professionellen Händlern suchen sollten, sondern vielmehr auf die Rolle von alternativen Handelsplattformen wie «Dark Pools» fokussieren sollten - private Handelsorte, wo grosse Mengen von Wertpapieren anonym den Besitzer wechseln.

SDA/jak

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