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US-Zentralbank sagt die entscheidenden Wörter

Auch im neusten Papier des Fed stehen die Wörter «considerable time». Der Leitzins bleibt auf Rekordtief – die Anleihenkäufe werden reduziert. Die Börse jubelt.

Hält an rekordtiefem Leitzins fest: Janet Yellen, Vorsitzende der US-Zentralbank Federal Reserve. (Archivbild)
Hält an rekordtiefem Leitzins fest: Janet Yellen, Vorsitzende der US-Zentralbank Federal Reserve. (Archivbild)

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) will ihre Anleihekäufe zur Stützung der Konjunktur im kommenden Monat beenden, hält die Zeit aber noch nicht reif für eine baldige Leitzinserhöhung. Wie die Zentralbank bekräftigte, wird sie den Zins wohl für «beträchtliche Zeit» – «considerable time» – in seiner jetzigen Spanne zwischen null und 0,25 Prozent halten. Auf diesem Rekordtief liegt er seit Ende 2008.

Einige Analysten hatten erwartet, dass das Fed diese Zeitangabe aus seinem neuen Communiqué streichen würde, um eine beschleunigte Normalisierung der Geldpolitik zu signalisieren. Bislang gehen die Märkte von einer Zinserhöhung im Sommer 2015 aus. Nach einer Serie guter Wirtschaftsdaten meinten aber einige Fachleute, die Zinswende könnte schon im Frühjahr anstehen.

Die Mitglieder des Offenmarktausschusses des Fed hoben ihre Erwartungen über die Leitzinsentwicklung im Vergleich zu den Vormonaten nochmals an. So rechnen sie nun im Schnitt damit, dass der Leitzins Ende 2015 bei 1,38 Prozent liegen wird. Bislang betrug diese Schätzung 1,13 Prozent. Ein Jahr später könnte der Zins demnach auf 2,88 gestiegen sein. Bislang wurde mit 2,5 Prozent gerechnet.

US-Konjunktur noch nicht erholt

Der Offenmarktausschuss begründete sein unverändert behutsames Vorgehen nach einer zweitägigen Sitzung damit, dass sich die US-Konjunktur noch nicht genügend von der grossen Rezession erholt habe, die vor rund fünf Jahren endete. Die Wirtschaft wachse mit «moderatem» Tempo.

Für das kommende Jahr senkte das Fed sogar seinen Wachstumsausblick von 3,1 Prozent auf 2,8 Prozent. Am Arbeitsmarkt herrsche noch immer eine «bedeutende Unterauslastung».

Auch die nachlassende Inflation hielt das Fed wahrscheinlich davon ab, konkrete Hinweise auf eine anstehende Zinswende zu geben. Die Teuerungsrate fiel im August auf 1,7 Prozent, und damit unter dem Zielwert des Fed von 2,0 Prozent, wo er noch im Juli gelegen hatte.

Notenbank-Chefin Janet Yellen sagte nach dem Zinsentscheid in einer Pressekonferenz, dass sich die Inflation langsam dem Ziel annähern werde. Ihre Einschätzung der wirtschaftlichen Lage habe sich aber kaum verändert. Es gebe noch immer grosse Unsicherheiten.

Ende der Konjunkturhilfen

Der Wirtschaft geht es nach Ansicht des Fed allerdings gut genug, um ein ungewöhnliches, milliardenschweres Konjunkturprogramm auslaufen zu lassen: Bei seiner Sitzung Ende Oktober will das Fed das Ende der «quantitativen Lockerung» bekannt geben.

Zunächst soll dieser Erwerb von langfristigen Staatsanleihen und Immobilienpapieren noch einmal um 10 Milliarden Dollar pro Monat auf 15 Milliarden Dollar reduziert werden. Im Herbst ist dann ganz Schluss damit. Die Massnahme, mit der riesige Geldsummen ins System gepumpt wurden, sollte helfen, den langfristigen Zins zu drücken.

Dow Jones auf Allzeithoch

Das Fed veröffentlichte am Mittwoch neben seinem üblichen Communiqué auch einen Plan, wie es die Geldpolitik künftig aus dem Krisenmodus holen will. Das Strategiepapier enthält aber keine konkreten Angaben über den Zeitraum oder die Geschwindigkeit möglicher Zinserhöhungen.

Die Entscheidung des Fed stürzte die Händler in ein Wechselbad der Gefühle: Die US-Aktienmärkte fielen nach dem Fed-Zinsentscheid in regem Handel zunächst, bevor sie dann zulegten. Der Dow Jones schloss mit einem Allzeithoch von 17'156 Punkten.

SDA/rar

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