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Unsicherheit im Immobilienmarkt nach Mindestkurs-Aus

Die Gefahr einer Immobilienblase hat sich in der Schweiz gelegt – ausser in einem Zürcher Bezirk. Doch der Immobilienkurs könnte sich durch den starken Franken wieder erhitzen.

Der Schweizer Immobilienmarkt hängt stark von den internationalen Entwicklungen ab: Die Überbauung Le Lignon in Vernier bei Genf, mit über einem Kilometer Länge eines der laengsten Gebäude der Welt. (25. Oktober 2013)
Der Schweizer Immobilienmarkt hängt stark von den internationalen Entwicklungen ab: Die Überbauung Le Lignon in Vernier bei Genf, mit über einem Kilometer Länge eines der laengsten Gebäude der Welt. (25. Oktober 2013)

Der Schweizer Immobilienmarkt hat sich weiter abgekühlt. Nur in einem einzigen Bezirk, und zwar in Bülach ZH, sind schwache Anzeichen einer Immobilienblase festzustellen, wie aus dem Immobilienreport der ETH Zürich und des Internetvergleichsdienstes Comparis hervorgeht. Vor einem halben Jahr hatten noch fünf Bezirke solche Anzeichen gezeigt, hiess es im Bericht. Weiterhin gelte die Situation in keinem einzigen Bezirk der Schweiz als kritisch. Vor zwei Jahren hatte der Immobilienreport elf Bezirke als kritisch eingestuft, vor einem Jahr dann nur noch einen und vor einem halben Jahr gar keinen mehr.

Mit der Abkühlung bestätige sich einmal mehr, dass es aufgrund des stabilen politisch-wirtschaftlichen Rahmens in der Schweiz trotz der angespannten Situation zu keinem Immobiliencrash komme, erklärte ETH-Professor Didier Sornette in einem Communiqué.

Zwei Szenarien

Allerdings hänge der Schweizer Immobilienmarkt stark von den internationalen Entwicklungen ab. Wenn der Franken als starke Währung nach der Abschaffung des Euro-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank von ausländischen Investoren noch mehr nachgefragt werde, könnte dies die Immobilienpreise wieder in die Höhe treiben, äusserte sich Sornette.

Darum gebe es ein Szenario, dass sich der Immobilienmarkt nach dem Mindestkurs-Aus wieder erhitzen könnte: «Denn die Nationalbank wird angesichts des starken Frankens und der extrem niedrigen Zinsen noch grössere Schwierigkeiten haben, die Immobilienkäufe im Zaum zu halten», schreibt Sornette. Die wirtschaftliche Attraktivität der Schweiz im Vergleich zum Rest Europas begünstige diese Entwicklung.

Ein anderes Szenario gehe von einem Rückgang der Immobiliennachfrage aus. Denn der starke Franken könnte sich negativ auf die Nachfrage nach Liegenschaften auswirken und damit die Preise nicht in die Höhe treiben, erklärte Comparis-Bankenspezialist Marc Parmentier.

Das unter dem starken Franken leidende Exportgeschäft der Schweizer Firmen könnte auf die Wachstumsaussichten der Konjunktur drücken. Dies würde zu einem Rückgang der Immobiliennachfrage führen. Dann würden einzig die Senkung des Leitzinses und die damit verbundenen rekordtiefen Hypothekarzinsen die Nachfrage ankurbeln.

SDA/thu

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