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«Tausche Auto gegen Muttermilch»

Krise und Massenarbeitslosigkeit machen Europas Jugend erfinderisch: Alternative Währungen, Zeitbanken und Tauschsysteme sind auf dem Vormarsch. Ganz im Sinne von Silvio Gesell, der das «rostige» Geld erfand.

Vor allem unter jungen Arbeitslosen im Süden Europas erfreuen sich Tauschsysteme grosser Beliebtheit: Collagen-Werbung dafür, wie man tauscht. (Bild: Flickr)
Vor allem unter jungen Arbeitslosen im Süden Europas erfreuen sich Tauschsysteme grosser Beliebtheit: Collagen-Werbung dafür, wie man tauscht. (Bild: Flickr)

Wörgl ist eine österreichische Stadt in der Nähe von Salzburg. Zu Beginn der 1930er-Jahre herrschte dort grosse Not: Massenarbeitslosigkeit, kein Geld in der Stadtkasse und weitverbreitetes Elend. Da beschloss der amtierende Bürgermeister, ein Experiment mit einer alternativen Währung zu wagen: dem Freigeld. Er setzte eigenmächtig «Arbeitsbestätigungsscheine» in den Umlauf, die wie normales Geld verwendet werden konnten. Selbst die Steuern durften damit bezahlt werden. Der Clou dabei: Die Arbeitsbestätigungsscheine waren «Geld, das rostet». Sie verloren an Wert, wenn man sie aufbewahrte.

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