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Swiss Re vervielfacht Gewinn

Trotz hoher Schadenslasten in Europa und Kanada konnte der Rückversicherungskonzern Swiss Re im zweiten Quartal den Gewinn stark steigern. Die Erwartungen der Analysten wurden übertroffen.

Erfolgreich: Michel Lies (links) und George Quinn, CEO und Finanzchef der Swiss Re.
Erfolgreich: Michel Lies (links) und George Quinn, CEO und Finanzchef der Swiss Re.
Keystone

Naturkatastrophen wie die Überschwemmungen, die Deutschland im Juni heimsuchten, vermögen die Swiss Re nicht zu bremsen. Trotz deutlichen finanziellen Belastungen nach einem schadenreichen Quartal schaffte der Rückversicherer einen Gewinnsprung. Sonderfaktoren spielten dabei eine Rolle.

Im zweiten Quartal hat der Konzern 786 Millionen Dollar verdient und damit das Ergebnis des Vorjahres deutlich übertroffen. Zwischen April und Juni 2012 hatte der Konzern wegen eines rund eine Milliarde Dollar schweren Abschreibers in der Folge eines Firmenverkaufs in den USA nur 83 Millionen Dollar eingefahren.

Günstiger Steuereffekt

Gewinne am Kapitalmarkt, eine relativ tiefe Schadenbelastung und umfangreiche Reserveauflösungen retteten den weltweit zweitgrössten Rückversicherer damals vor einem Verlust. Auch im nun abgeschlossenen Quartal stützten Anlagegewinne das Resultat. Dazu kam ein Steuereffekt, der mit 134 Millionen Dollar günstig ausfiel.

Anders als im Vorjahr musste der Rückversicherer zwischen April und Juni 2013 aber wesentlich mehr Schadenlasten schultern. Das Hochwasser in Deutschland und Nachbarländern etwa kostet nach provisorischen Angaben 300 Millionen Dollar, und die Flut in Kanada bringt eine weitere Bürde von 177 Millionen Dollar.

Somit musste die Swiss Re mehr für Zahlungen verbuchen, als sie mit Prämien einnahm: Während die Combined Ratio in der Schaden- und Haftpflichtrückversicherung im Vorjahr bei aussergewöhnlich tiefen 81,0 Prozent gelegen hatte, kam sie diesmal auf 100,7 Prozent. Ohne Reserveauflösungen hätte der Wert um 3,5 Punkte höher gelegen, wie das Unternehmen bekannt gab.

Überraschender Gewinn

Sollte der Herbst keine grossen Naturereignisse mit sich bringen, für die der weltweit vernetzte Konzern weitere Zahlungen vornehmen müsste, wird die Schadenbilanz aber profitabel: Die Combined Ratio dürfte für das Gesamtjahr dann unter 92 Prozent betragen, sagte Finanzchef George Quinn.

Mit dem Reingewinn vom zweiten Quartal 2013 übertrifft Swiss Re die Voraussagen der Analysten indessen deutlich: Von der Nachrichtenagentur awp befragte Experten hatten im Schnitt einen Gewinn von 675 Millionen Dollar vorausgesagt.

Analysten zeigten sich aber nur teilweise zufrieden mit den Ergebnissen. Die Swiss Re enttäusche operativ, hiess es von mehreren Experten. An der Börse machte der Wert der Aktie nach Handelsstart einen Taucher. Bei Handelsschluss lagen die Titel in einem etwas schwächeren Markt aber um 1,59 Prozent im Plus.

Preise sinken

Die Gewinnsteigerung verdankt der Konzern schliesslich auch höheren Einnahmen: Die verdienten Prämien und Gebühreneinkommen steigen um 11 Prozent auf knapp 6,80 Milliarden Dollar. Der Swiss Re gelang es zudem, bei den Erneuerungsrunden vom Juli wertmässig 12 Prozent mehr Geschäft zu zeichnen.

Allerdings sank nach mehreren Runden mit steigenden Tarifen erstmals das Preisniveau. Swiss Re beziffert den Rückgang bei den eigenen Geschäften mit 5 Prozent. Die Preissituation werde die Swiss Re beschäftigen, sagte Konzernchef Michel Liès vor den Medien. Besonders bei der Versicherung von Naturkatastrophenrisiken in den USA gebe es Überkapazitäten am Markt.

SDA/sam

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