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SMI wegen Krim-Krise auf Tauchgang

Die Börsen reagieren nervös auf das bevorstehende Krim-Referendum in der Ukraine – auch in der Schweiz. Vor dem Entscheid am Sonntag trafen sich die Aussenminister aus den USA und Russland ein letztes Mal.

Die Krim-Krise wirkt sich auch auf sein Wohlbefinden aus: Börsenhändler in Frankfurt.
Die Krim-Krise wirkt sich auch auf sein Wohlbefinden aus: Börsenhändler in Frankfurt.
Keystone

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Freitag mit klar tieferen Kursen aus der Sitzung gegangen. Die Verluste aus der frühen Phase wurden dabei am Nachmittag noch weiter ausgebaut, womit der SMI den Abwärtstrend auf mittlerweile sechs aufeinanderfolgende Tage ausgeweitet hat.

Vor dem Krim-Referendum in der Ukraine am kommenden Sonntag sei die Risikoaversion der Investoren deutlich gestiegen, hiess es in Marktkreisen. Das Erholungspotenzial nach dem Einbruch des SMI um rund 400 Punkte in den vergangenen gut zwei Wochen sei zudem angesichts der politisch unsicheren Lage begrenzt.

Jüngste Konjunkturdaten drücken auf Stimmung

Auf die Stimmung drückten zudem die jüngsten Konjunkturdaten aus China. Die Publikation des Index zum Konsumentenvertrauen der Uni Michigan liess die Aktien dann noch einmal etwas tiefer in den Keller rutschen, hatte sich dieses doch überraschend verschlechtert.

Derweil ist das Treffen zwischen den USA und Russland zur Lage in der Ukraine ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Moskau und Washington hätten keine «gemeinsame Sicht» auf die Ukraine, sagte der russische Aussenminister Sergej Lawrow heute in London. Das Gespräch mit seinem Kollegen John Kerry bezeichnete er dennoch als «nützlich».

Das Ergebnis des für Sonntag geplanten Referendums über einen Anschluss der Krim an Russland werde sein Land respektieren, erklärte Lawrow. Kerry bekräftigte hingegen, die internationale Gemeinschaft werde den Ausgang des Volksentscheids nicht anerkennen. Zugleich warnte Lawrow vor möglichen Sanktionen der EU und der USA. Diese seien kontraproduktiv und würden den Beziehungen schaden.

Lawrow: Wir planen keine Invasion

Befürchtungen vor einem Einmarsch des russischen Militärs im Südosten der Ukraine wies Lawrow zurück, seine Regierung plane keine Invasion. Zuvor hatte das Aussenministerium in Moskau mitgeteilt, eine Intervention zum Schutz im Osten der Ukraine lebender ethnischer Russen sei möglich. Die ukrainischen Behörden hätten die Kontrolle über das Land verloren und seien nicht in der Lage, die Sicherheit zu gewährleisten, hiess es zur Begründung.

Bereits vor dem Treffen hatten sich die beiden Minister pessimistisch über eine rasche Beilegung der Krise geäussert. Tausende prorussische Soldaten sind inzwischen auf der Krim stationiert. Die Ukraine wirft Russland eine militärische Invasion der Krim vor, die USA und die EU fordern eine Absage des Volksentscheids und drohen mit Sanktionen, die schon ab Montag beschlossen werden könnten.

SDA/mrs

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