Sehr schlecht, aber kein Krisenzeichen

Die UBS hat mit ihren Zahlen zum ersten Quartal die schlechten Erwartungen noch unterboten. Die Bank ist dennoch nicht gefährdet. Allerdings droht ein Stellenabbau.

Auch bei der UBS zeigen sich die Marktturbulenzen im Quartalsabschluss: CEO Sergio Ermotti präsentiert die Zahlen.

Auch bei der UBS zeigen sich die Marktturbulenzen im Quartalsabschluss: CEO Sergio Ermotti präsentiert die Zahlen.

Markus Diem Meier@MarkusDiemMeier

Nach den panikartigen Zuständen auf den Börsen- und Kapitalmärkten im letzten Quartal des letzten und zu Beginn des neuen Jahres war bereits klar, dass die UBS keinen berauschenden Gewinn vorweisen wird. Tatsächlich fiel das Ergebnis massiv schlechter aus als im gleichen Quartal des Vorjahres – als die Bank allerdings auch aussergewöhnlich erfolgreich war: Konkret fiel der Gewinn von 1,977 Milliarden Franken um 64 Prozent auf 0,7 Milliarden Franken zurück. Weil das Ergebnis die bereits tiefen Erwartungen der Analysten noch deutlich enttäuschte, sackte der Aktienkurs der Grossbank am Morgen zeitweise um mehr als 6 Prozent ab.

Stellenverluste in der Vermögensverwaltung

Ein weiterer Grund für die negative Kursreaktion ist auch, dass die Grossbank anders als erwartet nichts Konkretes zu einem weiteren Kostensenkungsprogramm verkündet hat. Sie hält lediglich fest, sie sei auf gutem Wege, die angestrebten Nettoeinsparungen von 2,1 Milliarden Franken bis Ende 2017 zu erreichen.

Eine Sparübung wurde für den Bereich des Wealth Management gemäss Medienberichten mit Verweis auf interne UBS-Quellen auf heute erwartet. In ihren präsentierten Unterlagen hat sich die Grossbank hierzu nicht ausgelassen, an der Pressekonferenz blieb sie dazu wage und nannte keine konkreten Zahlen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters mit Verweis auf eine interne Mitteilung von Divisionschef Jürg Zeltner allerdings berichtet, sei hier eine Einsparung von «mehreren Hundert Millionen Franken» geplant, was auch mit einem Stellenabbau verbunden sei. In den Medienberichten vorab war die Rede von mehreren Hundert Stellen. Weil hier vor allem rückgelagerte Bereiche (Backoffice) betroffen sind, betrifft das auch den Standort Schweiz.

Keine Krise bei der UBS

Das auch in einer längeren Betrachtung überaus schlechte Quartalsergebnis deutet allerdings nicht auf eine besondere, die Grossbank betreffende Krisenlage hin. Unter der schwierigen Marktlage haben alle Grossbanken gelitten, wie die bereits publizierten Quartalszahlen zeigen. Besonders deutlich unter die Räder gekommen sind dabei die Investmentbanken – wie etwa die US-Institute Morgan Stanley oder Goldman Sachs.

Es zahlt sich hier für die UBS aus, nicht nur den Anteil an diesem Geschäft, sondern auch das Risikoprofil darin reduziert zu haben. Der Vorsteuergewinn im Investmentbanking sank bei der UBS von 766 Millionen Franken im ersten Quartal 2015 auf 253 Millionen – ein Rückgang um zwei Drittel. Besonders stabil zeigte sich dagegen das Schweizer Geschäft (Division Personal & Corporate Banking). Hier hielt sich der Rückgang von 427 Millionen Franken im Vorjahresquartal zu 399 Millionen im aktuellen Abschluss mit rund 7 Prozent in Grenzen.

Überraschend hoher Kundengeld-Zufluss

Positiv ins Gewicht fiel letztlich vor allem, dass die Grossbank trotz den widrigen Marktbedingungen neue Kundengelder in ihrem wichtigsten Geschäftsbereich anziehen konnte: der Vermögensverwaltung für die sehr reiche Kundschaft,. Das weltweit ausgerichtete Wealth Management konnte 15,5 Milliarden Franken Nettoneugelder gewinnen, erwartet haben die Analysten bloss 3,8 Milliarden. Der Zufluss bei Wealth Management Americas belief sich auf 13,6 Milliarden Franken, erwartet wurden hier 5,4 Milliarden Franken.

DerBund.ch/Newsnet

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