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BIP-Prognose für 2019 deutlich gesenkt

Das Seco sieht ein schwächeres Wachstum für die Schweiz als bisher angenommen. Die Gründe.

Weihnachtseinkauf in Zürich: Die Kaufkraft der Haushalte wird verringert, sagt das Seco. (23. Dezember 2017)
Weihnachtseinkauf in Zürich: Die Kaufkraft der Haushalte wird verringert, sagt das Seco. (23. Dezember 2017)
Waöter Bieri, Keystone

Die Ökonomen des Bundes haben ihre Prognose für das Schweizer Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr deutlich gesenkt. Sie gehen nun von einem Wert von 1,5 Prozent aus, nachdem sie im September noch 2,0 Prozent vorhergesagt haben. 2020 soll dann ein Wachstum von 1,7 Prozent erreicht werden, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Dienstag mitteilte.

Auch für das auslaufende Jahr 2018 sind die Vorhersagen nun weniger positiv. Die Prognose wurde auf 2,6 von 2,9 Prozent zurückgenommen. Die tiefere Prognose für 2018 begründete das Seco damit, dass das Wachstum im dritten Quartal abrupt gebremst worden sei. Bekanntlich schrumpfte die Schweizer Wirtschaft damals um 0,2 Prozent. Die Seco-Experten gehen zwar davon aus, dass die Export- und die Binnenwirtschaft nach dem schwachen dritten Quartal zu einem moderaten Wachstum zurückkehren werden. Die starken Wachstumsraten der ersten Jahreshälfte 2018 würden aber nicht mehr erreicht.

Lohnentwicklung dämpft Konsum

Ab 2019 setze sich dann die konjunkturelle «Normalisierung» der Weltwirtschaft nach der stark expansiven Phase 2017 und 2018 fort, hiess es weiter. Der Euroraum dürfte dabei laut den Experten etwas schneller an Dynamik einbüssen als noch im September erwartet. Keine starken Impulse seien auch vom Konsum zu erwarten, so die Mitteilung weiter. Die gedämpfte Lohnentwicklung und die positive Teuerung verringerten die reale Kaufkraft der Haushalte. Folglich bleibe die Konsumneigung gering.

Tiefere Arbeitslosenquote

Immerhin bleibe die Lage am Arbeitsmarkt «sehr gut», so die Experten. So dürfte sich die Arbeitslosenquote 2019 im Jahresdurchschnitt auf 2,4 Prozent reduzieren, nachdem sich für das laufende Jahr ein Durchschnittswert von 2,6 Prozent abzeichnet. Für 2020 wird dann nur mit einer leicht höheren Quote von 2,5 Prozent gerechnet.

Weil gleichzeitig die Teuerung 2019 nur bei 0,5 Prozent und 2020 bei 0,7 Prozent zu liegen kommen sollte, sei wieder von anziehenden Reallöhnen und in der Folge 2020 von einem anziehenden Konsum ( 1,5%) auszugehen, hiess es weiter. Damit begründeten die Seco-Experten auch ihre leicht höhere BIP-Prognose für 2020.

Verschuldung als Risiko

Das Seco betonte allerdings in der Mitteilung die Risiken für die Vorhersagen. Sollte der Handelsstreit weiter eskalieren, würden die Weltkonjunktur und der Welthandel stärker ausgebremst als in der Prognose angenommen, hiess es.

Auch in Europa sei die politische Unsicherheit nach wie vor hoch. Explizit erwähnt wird ausserdem die internationale Verschuldung, die «beträchtliche Risiken» berge, sowie die Ungewissheit im Verhältnis der Schweiz zur EU.

Vor dem Seco hatten schon andere Prognostiker ihre Vorhersagen für 2019 gesenkt, etwa BAK Economics ( 1,2% von 1,9%), die KOF ( 1,6% von 1,7%) oder Economiesuisse (1,4% von 1,7%). Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte letzte Woche eine Prognose von «rund 1,5 Prozent» veröffentlicht.

SDA/fal

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