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Pleitewelle erfasst die Schweiz

Im vergangenen Jahr wurde die grösste Zunahme von Konkurseröffnungen in den letzten zehn Jahren realisiert.

Die Wirtschaftskrise hat sich verzögert in der Konkursstatistik niedergeschlagen: 2009 sind in der Schweiz 8 Prozent mehr Konkurse gegen juristische und natürliche Personen eröffnet worden. Die Zahl der Konkurse stieg damit auf 11'587. 2008 hatte der Anstieg nur 0,27 Prozent betragen.

Im vergangenen Jahr sei die grösste absolute und relative Zunahme von Konkurseröffnungen in den letzten zehn Jahren realisiert worden, teilte das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag mit. Von 2004 bis 2008 etwa schwankte die Zahl der Konkurseröffnungen zwischen 10'500 und 10'750.

Gleichzeitig wurden 2009 aber auch die geringsten Gesamtverluste der letzten 10 Jahre eingefahren. Die aus den Konkurserledigungen entstandenen Verluste fielen nämlich um 12 Prozent auf 2,2 Mrd. Franken. Sie erreichen damit laut BFS weniger als die Hälfte der Rekordsumme von 4,7 Mrd. Fr. aus dem Jahr 2004.

Die Zahl der ordentlichen und summarischen Konkurserledigungen nahm im vergangenen Jahr um 4 Prozent auf 10'700 Fälle zu. Mit Ausnahme der Nordwestschweiz (-11 Prozent) und des Espace Mittelland (-3 Prozent) folgten alle Grossregionen der gesamtschweizerischen Entwicklung.

Mehr Konkurse in allen Regionen

In allen sieben Grossregionen stieg die Zahl der Konkurseröffnungen 2009. Die höchste prozentuale Zunahme hatten das Tessin (+26 Prozent), Zürich (+18 Prozent) und die Zentralschweiz (+17 Prozent).

Weniger einheitlich verlief die Entwicklung in den Kantonen. In 18 Kantonen stiegen die Konkurseröffnungen an, in 8 Kantonen gingen sie zurück. Wie bereits in den Vorjahren wurden fast die Hälfte aller Konkurse in den Kantonen Zürich, Waadt, Bern und Genf eingeleitet.

Im Gegensatz zu den übrigen Grossregionen erhöhte sich die Verlustsumme in der Genferseeregion und in Zürich. Erstere weist mit 979 Millionen Fr. (+43 Prozent) die grössten Verluste unter den Grossregionen aus.

Im vergangenen Jahr wurden zudem 2,5 Millionen Zahlungsbefehle ausgestellt. Das sind 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig blieb die Zahl der vollzogenen Pfändungen mit 1,4 Millionen stabil. Die Verwertungen gingen um 1,2 Prozent auf 464'900 zurück. Laut BFS handelt es sich um die erste Abnahme seit 2003.

SDA

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