Moody's stuft vier US-Grossbanken zurück

Die Ratingagentur senkte die Kreditwürdigkeit mehrerer amerikanischer Banken – darunter J. P. Morgan und Goldman Sachs. In Zukunft sollen die Institute strenger überwacht werden.

«Too big to fail»: Hauptsitz der Grossbank J. P. Morgan in New York. (19. September 2013)

«Too big to fail»: Hauptsitz der Grossbank J. P. Morgan in New York. (19. September 2013)

(Bild: Reuters)

Die US-Ratingagentur Moody's hat nach der Überprüfung von acht grossen US-amerikanischen Banken bei einigen Instituten den Daumen gesenkt. Die Experten verringerten die Bewertung der Kreditwürdigkeit von Goldman Sachs, J. P. Morgan, Morgan Stanley und der Bank of New York Mellon.

Als Begründung teilte Moody's mit, dass die Institute im Falle einer drohenden Pleite mit geringerer staatlicher Unterstützung rechnen müssten. Die restlichen fünf Institute, darunter Citigroup und die Bank of America, kamen ungeschoren davon.

Ein weiterer Dämpfer für die US-Banken kommt vom Fed. Die künftige US-Notenbankchefin Janet Yellen will Grossbanken strengeren Regeln unterwerfen.

Kritik wegen Preismanipulationen

Die grossen Geldhäuser könnten sich noch immer billiger Geld leihen als kleinere Wettbewerber, weil die Finanzmärkte offenbar im Notfall mit Regierungshilfe rechneten, erklärte Yellen am Donnerstag vor dem Bankenausschuss des Senats. «Weil diese Firmen ein systemisches Risiko darstellen, sollten wir ihnen den Wettbewerb erschweren und sie dazu ermutigen, kleiner und weniger systemisch zu werden», erläuterte Yellen.

Die US-Notenbank erwäge derzeit zusätzliche Regeln, die über die sogenannten Dodd-Frank-Gesetze von 2010 hinausgingen, sagte Yellen weiter. Den Dodd-Frank Wall Street Reform and Consumer Protection Act, wie das Gesetz heisst, hat die US-Regierung als Massstab für die Reaktion auf die Finanzkrise gesetzt. Zudem werde die Federal Reserve möglicherweise neue Anforderungen für den Handel mit physischen Rohstoffen stellen.

Das Fed erlaubte den Instituten erst 2003 den Einstieg in dieses Geschäft. Dies führte dazu, dass einige Banken im Besitz von Ölspeichern, Lagerhäusern oder Kraftwerken sind. Derzeit überprüft das Fed diese Entscheidung, nachdem Kritiker den Banken Preismanipulationen vorgeworfen hatten.

ajk/sda

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