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Moody's setzt Italien um zwei Stufen herab

Italien erhält von der Ratingagentur Moody's nur noch die Bonitätsnote BAA2. Moody's zweifelt daran, dass Italien sein Defizit wie geplant abbaut.

Ihnen traut die Ratingagentur Moody's nicht voll und ganz zu, dass italienische Staatsdefizit zu senken: Premierminister Mario Monti und sein Finanzminister Vittorio Grilli. (Archivbild)
Ihnen traut die Ratingagentur Moody's nicht voll und ganz zu, dass italienische Staatsdefizit zu senken: Premierminister Mario Monti und sein Finanzminister Vittorio Grilli. (Archivbild)
Keystone

Die Ratingagentur Moody's senkt die Bewertung der Kreditwürdigkeit des Staates. Das Vertrauen in die Fähigkeit zur Krisenbewältigung schwindet. Die Bewertung italienischer Staatsanleihen wurde um zwei Stufen von A3 auf BAA2 gesenkt. Damit liegt die Bewertung nur zwei Noten über «Ramschniveau», mit dem Ratingagenturen spekulative Anlagen kennzeichnen.

Wie das US-Unternehmen in Frankfurt mitteilte, bleibt der Ausblick für das hoch verschuldete Euro-Land weiter negativ. Das Risiko steige, dass die Regierung unter Ministerpräsident Mario Monti die Sparziele verfehle.

«Ansteckungsgefahr»

Unter den drei grossen Ratingagenturen kommt Italien bei Moody's am schlechtesten weg. Es sei zu erwarten, dass die Kosten für die Refinanzierung der Staatsschulden weiter steigen wird. Angesichts eines Vertrauensverlustes könnte Italien den Zugang zum Finanzmarkt verlieren, warnte die US-Gesellschaft. Zudem verwies Moody's auf die «Ansteckungsgefahr» Griechenlands und Spaniens.

Der Euro hat heute trotz einer abermaligen Bonitätsabstufung des grossen Sorgenkinds Italien leicht zugelegt. Er bewegt sich um die 1,22 US-Dollar. Am Donnerstag war der Eurokurs erstmals seit zwei Jahren unter diese Marke gefallen.

Weitere Verschlechterung

Die wirtschaftliche Entwicklung des Landes verschlechtere sich weiter, erklärte Moody's. Die Arbeitslosenzahlen stiegen deutlich. Dadurch werde es schwieriger, die Einsparziele zu erreichen. Dies würde sich dann wiederum negativ auf das Vertrauen am Markt und die Möglichkeiten zur Beschaffung frischen Geldes auswirken, hiess es. Zurzeit refinanziert sich Italien zu vergleichsweise günstigen Bedingungen am Geldmarkt. Mit einem Papier mit einer Laufzeit von einem Jahr seien 7,5 Milliarden Euro eingenommen worden, teilt das italienische Schatzamt mit. Die zu zahlende Rendite lag bei 2,697 Prozent, nachdem sie am 13. Juni noch bei 3,972 Prozent gelegen hatte.

Mitte der Woche hatte Regierungschef Mario Monti nicht ausschliessen wollen, dass Italien doch noch Hilfe durch den Euro-Rettungsschirm benötigen könnte. «Es wäre gewagt zu behaupten, Italien werde diese Unterstützung niemals brauchen», sagte er laut italienischen Medien nach einem Treffen der EU-Finanzminister in Brüssel. Bis dato hatte er entsprechende Behauptungen stets zurückgewiesen.

SDA/mw

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