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Mitten in der Krise wollen Italiens Statistiker die Arbeit verweigern

Der Chef der italienischen Statistikbehörde hat die Nase voll vom Sparkurs der Regierung Monti. Er will ab Januar keine Daten mehr veröffentlichen – auch nicht jene zu Beschäftigung und Inflation.

Ein Viertel mehr Berichte in zwei Jahren: Der Präsident der italienischen Statistikbehörde (Istat), Enrico Giovannini.
Ein Viertel mehr Berichte in zwei Jahren: Der Präsident der italienischen Statistikbehörde (Istat), Enrico Giovannini.
Istat

Ab Januar werde seine Behörde keine Daten mehr liefern, sagte der Präsident der italienischen Statistikbehörde (Istat), Enrico Giovannini, in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung «La Reppublica». Die Sparmassnahmen der Regierung von Ministerpräsident Monti haben auch seine Behörde getroffen. Statt mit 176 Millionen Euro pro Jahr muss Giovannini mit rund 20 Millionen weniger auskommen.

Damit stünde der italienischen Statistikbehörde nur noch halb so viel Geld zur Verfügung wie der französischen – und nur noch ein Drittel des Budgets der nordischen Länder, sagte Giovannini. «Dies gefährdet die Istat ernsthaft.»

Drohung an die Adresse der Regierung

Giovannini droht der Regierung, die Veröffentlichung von Daten einzustellen: «Wir werden keine Daten zu Inflation, Staatsschulden, Haushaltseinkommen oder zur Beschäftigung veröffentlichen.» Giovannini verweist darauf, dass seine Behörde 70 Prozent der Berichte für die Europäische Union produzieren würde. Wenn Italien diese nicht ablieferte, hätte jeder Tag Verspätung hohe Strafen zur Folge, führte Giovannini aus. Er glaube nicht, «dass Regierung und Parlament es so weit kommen lassen wollen».

Die Istat produziere heute 300 grosse Auswertungen pro Jahr, das sei ein Viertel mehr als noch vor zwei Jahren, sagte Giovannini weiter. Insgesamt produziere die Istat dieses Jahr 2000 Berichte, letztes Jahr seien es noch 1500 gewesen.

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