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Kleiner Lichtblick am US-Jobmarkt

Positive Neuigkeiten vom krisengeschüttelten US-Arbeitsmarkt: Im September kamen 103'000 Stellen hinzu – deutlich mehr als erwartet.

Die Arbeitslosenquote verharrt weiter bei 9,1 Prozent: Bruce Worswick ist einer der Glücklichen mit einem Job, Pembroke, Massachusetts. (4. Oktober 2011.)
Die Arbeitslosenquote verharrt weiter bei 9,1 Prozent: Bruce Worswick ist einer der Glücklichen mit einem Job, Pembroke, Massachusetts. (4. Oktober 2011.)
Reuters

Im September kamen nach Mitteilung des US-Arbeitsministeriums 103'000 Stellen hinzu. Die Arbeitslosenquote lag allerdings weiter bei hohen 9,1 Prozent.

Ökonomen hatten mit einem Zuwachs von lediglich rund 60'000 Stellen gerechnet. Zuwächse gab es im September gemäss Arbeitsministerium vor allem in Dienstleistungsbereich, im Gesundheitssektor und im Baugewerbe.

Positiv waren auch die Korrekturen der Vormonate: Im August kamen demnach 57'000 Jobs hinzu. Zuvor hatten die Statistiker Nullwachstum gemeldet. Im Juli wurden 127'000 neue Stellen registriert, nachdem zuvor von 85'000 die Rede war.

Hohes Niveau der Arbeitslosigkeit

«Wir befinden uns in einer Erholung mit langsamem Wachstum», sagte Ökonom Patrick O'Keefe der Fachagentur Bloomberg vor Veröffentlichung der Zahlen. «Wir fallen nicht zurück, aber wir verringern auch nicht das aussergewöhnlich hohe Niveau der Arbeitslosigkeit.» Laut Bloomberg liegt die Arbeitslosenquote seit Februar 2009 über acht Prozent – die längste Periode mit solch hohem Stellenmangel seit Beginn der monatlichen Job-Aufzeichnungen 1948.

Insgesamt waren laut Ministerium 14 Millionen Amerikaner ohne Job. Das jüngste Stellenplus beinhaltet allerdings die Rückkehr von 45'000 Beschäftigten des Telekomsektors, die wegen eines Streiks im August aus der Statistik herausgefallen waren. In der Privatwirtschaft zählten die Statistiker 137'000 neue Arbeitsplätze, während zugleich im öffentlichen Dienst 34'000 Jobs wegfielen.

Bis zum August hat die weltgrösste Volkswirtschaft Bloomberg zufolge rund 1,9 Millionen der 8,75 Millionen in der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise verlorenen Stellen wiedergewonnen. Um die Arbeitslosenquote nachhaltig um einen Prozentpunkt pro Jahr nach unten zu drücken, sei ein monatlicher Zuwachs von rund 200'000 Jobs vonnöten, sagte Ökonom Eric Green von TD Securities in New York.

Der Kampf des Präsidenten

US-Präsident Barack Obama kämpft unterdessen um die Verabschiedung seines 450 Milliarden Dollar schweren Jobpakets. Die Initiative soll nach den Worten des Präsidenten 1,9 Millionen zusätzliche Jobs schaffen. Obama will das Paket unter anderem mit Steuererhöhungen für die Reichen finanzieren. Die Republikaner, die im Repräsentantenhaus die Mehrheit haben, lehnen dies strikt ab.

Erst gerstern hatte Obama gewarnt, es gebe keinen Zweifel, dass Amerikas Konjunktur derzeit schwächer sei als zum Jahresbeginn. Der Kongress müsse das Programm jetzt rasch verabschieden, die Republikaner müssten ihre Blockadepolitik aufgeben. Es sei keine Zeit für «politische Spiele», sagte Obama.

US-Notenbankchef Ben Bernanke hatte unlängst in ungewohnt deutlichen Worten die Lage am Arbeitsmarkt als «nationale Krise» bezeichnet. Etwa 45 Prozent der Arbeitslosen hätten länger als ein halbes Jahr keine Stelle. Das sei ohne Beispiel, sagte Bernanke.

sda/dapd/AFP/rub

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