Jetzt hat auch Schweden Negativzinsen

Zu niedrige Inflation wegen rückläufiger Konsumentenpreise: Die Notenbank in Stockholm senkt den Leitzins auf minus 0,1 Prozent. Das ist nicht die einzige Massnahme.

Neben dem negativen Leitzins will die Reichsbank als Massnahme Staatsanleihen kaufen: Das Hauptquartier der Sveriges Riksbank. (11.8.2007)

Neben dem negativen Leitzins will die Reichsbank als Massnahme Staatsanleihen kaufen: Das Hauptquartier der Sveriges Riksbank. (11.8.2007)

(Bild: Carl von Blixen)

Die schwedische Notenbank hat ihren Leitzins erstmals in den negativen Bereich gesenkt. Der Leitzins wurde von bisher null Prozent auf minus 0,1 Prozent reduziert.

Zudem teilte die Reichsbank mit, dass sie bald mit dem Kauf von Staatsanleihen im Wert von 10 Milliarden Kronen (rund 1,1 Milliarden Franken) beginne. Die Notenbank begründete ihre Massnahmen mit der zu niedrigen Inflation.

Im Januar gingen die Konsumentenpreise übers Jahr gerechnet um 0,3 Prozent zurück. Die Reichsbank strebt mittelfristig eine Rate von 2,0 Prozent an. Für das laufende Jahr erwartet sie eine Inflationsrate von 0,1 Prozent und im Jahr 2016 von 1,9 Prozent.

Zusätzliche Lockerung der Geldpolitik

Mit dem Kauf von Staatsanleihen soll die Geldpolitik zusätzlich gelockert werden. Die Reichsbank will Anleihen mit Laufzeiten von einem bis fünf Jahren kaufen. Die schwedische Notenbank folgt damit der Europäischen Zentralbank (EZB), die Ende Januar breit angelegte Staatsanleihekäufe beschlossen hatte.

Schweden ist zwar nicht Teil der Eurozone, aber als EU-Mitglied wirtschaftlich eng mit der Währungsunion verflochten. Zuletzt hatte weltweit eine Reihe von Notenbanken ihre Geldpolitik weiter gelockert.

rsz/sda

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