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Jeder zweiten griechischen Bank droht die Schliessung

Die Bankenbranche in Griechenland steht vor einem Umbruch, egal wie der Schuldenstreit mit den Gläubigern ausgeht. Insider rechnen mit dem Schlimmsten.

Bringen die griechischen Banken ins Straucheln: Rentner vor der National Bank of Greece in Athen. (6. Juli 2015)
Bringen die griechischen Banken ins Straucheln: Rentner vor der National Bank of Greece in Athen. (6. Juli 2015)
Emilio Morenatti, Keystone

Selbst bei einer Einigung im Schuldenstreit mit Griechenland könnte Insidern zufolge ein Umbruch in der Bankenbranche anstehen. Möglich ist demnach, dass mehrere der grossen Institute geschlossen und mit stärkeren fusioniert werden.

Ein Insider sagte der Nachrichtenagentur Reuters, am Ende könnten von den vier grossen Geldhäusern National Bank of Greece, Eurobank, Piraeus und Alpha Bank noch zwei bestehen bleiben. Einem zweiten Insider zufolge sind zwar Fusionen von Banken notwendig. Ein Umbau der Branche könne aber über eine längere Zeit hinweg erfolgen.

Ein Restrukturierung der Branche würde wohl auf heftigen Widerstand bei der Regierung in Athen stossen, denn neben Kosteneinsparungen ist damit auch ein Abbau von Arbeitsplätzen verbunden.

Einer der Insider sagte, falls ein Rettungspaket geschnürt werde, müsse sofort gehandelt werden. «Zypern könnte ein Vorbild sein.» Im Zuge des Reformprogramms für den Inselstaat war eine der zwei grossen Banken dort geschlossen worden.

Die Starken stärken

Der Umbau würde den Insidern zufolge mit einer Stärkung der Kapitaldecke der stärksten Institute beginnen. Danach könnten die Planungen im Detail erarbeitet werden.

Auf den politischen Widerstand angesprochen, auf den solche Schritte treffen würden, sagte einer der Insider, es gebe ein Interesse, weniger Banken zu haben. «Aber ich frage mich, ob das kurzfristig sinnvoll ist.» Ein hochrangiger griechischer Banker sagte zudem, weniger Banken bedeuteten auch weniger Wettbewerb.

Banken derzeit geschlossen

Würden Banken geschlossen, wären dafür die griechischen Behörden verantwortlich. Die Überwachung liegt bei der Europäischen Zentralbank. Beim griechischen Finanzministerium war zunächst keine Stellungnahme zu den Informationen zu erhalten. Die EZB erklärte, ihre Bankenaufsicht beobachte die Lage genau und stehe in ständigem Kontakt mit der griechischen Notenbank.

Die griechischen Institute sind schwer angeschlagen, weil viele Kunden aus Angst vor einem Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone ihre Konten leergeräumt haben. Im Moment sind alle Banken bis mindestens Sonntag geschlossen.

An Geldautomaten können höchstens 60 Euro am Tag abgehoben werden. Die griechische Regierung hofft auf ein drittes Hilfspaket der anderen Euro-Staaten und hat für Donnerstag detaillierte Reformvorschläge angekündigt.

SDA/chk

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