Hollandes Checkbuchdiplomatie in China

Der französische Präsident ist mit einer grossen Wirtschaftsdelegation in China eingetroffen. Zur Feier des Treffens wurde gleich der erste Grossauftrag vermeldet.

Auf der Suche nach Gemeinsamkeiten: Frankreichs Präsident François Hollande und sein Amtskollege Xi Jinping. (25. April 2012)

Auf der Suche nach Gemeinsamkeiten: Frankreichs Präsident François Hollande und sein Amtskollege Xi Jinping. (25. April 2012)

(Bild: Keystone)

Das erste Meeting seiner China-Reise führte François Hollande am Donnerstag in Pekingmit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping. Frankreichs Präsident wurde begleitet von einer grossen Delegation von Unternehmern, die angesichts der sinkenden Nachfrage im Heimatland auf Geschäftsabschlüsse in China hoffen. Ein erstes Abkommen über den Kauf von 60 Flugzeugen des europäischen Herstellers Airbus unterzeichneten Beamte beider Länder bereits.

Vorgesehen seien der Kauf von 42 Maschinen vom Typ A320 und 18 Maschinen vom Typ A330, teilte Airbus mit. Zum Preis der Flugzeuge und dem Datum für die Lieferung wurden keine genauen Angaben gemacht.

Auto, AKW, Nahrungsmittel

Auch Vertreter anderer Kernbereiche der französischen Wirtschaft wie die Autoindustrie, die Kernenergie oder der Nahrungsmittelsektor hofften auf Aufträge. Am Freitag wird Hollande im Finanzzentrum von Shanghai eine Rede halten.

Im vergangenen Jahr meldete Frankreich ein Handelsdefizit von 34 Milliarden Dollar (26 Milliarden Euro) mit China, während es weniger als zwei Prozent des chinesischen Aussenhandels ausmachte. «Es gibt ein Ungleichgewicht in unserem Aussenhandel und wir hoffen, es korrigieren zu können», sagte Hollande. «Nicht indem wir unsere Investitionen und Exporte senken, sondern in dem wir diese weiter erhöhen.»

Seitenhieb gegen die USA

An einer Pressekonferenz betonten beide Staatspräsidenten den gemeinsamen Wunsch nach einer gleichberechtigten, «multipolaren» Welt. Offenbar wandte sich dies gegen eine zu grosse Einflussnahme Washingtons, allerdings erwähnten beide Politiker die USA nicht. «China und Frankreich sind zwei grosse Länder mit einem starken Gefühl von Unabhängigkeit», erklärte Xi. Beide Staaten würden sich aktiv um eine multipolare Welt und die Demokratisierung internationaler Beziehungen bemühen. «Wir lehnen eine Welt mit Führungs- und Supermächten ab», sagte Hollande.

251459 Apr 13

sda

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