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Happy Birthday, mächtigste Zentralbank der Welt

Fällt das Fed heute einen Entscheid, jubeln oder zittern die Investoren in aller Welt. Nun ist die US-Notenbank 100-jährig geworden. Die Institution war nicht immer gleich erfolgreich.

Krisenbekämpfung: Der damalige Fed-Chef Ben Bernanke und seine Kollegen sagen 2009 im Kongress aus.
Krisenbekämpfung: Der damalige Fed-Chef Ben Bernanke und seine Kollegen sagen 2009 im Kongress aus.
Keystone

Mit seiner Unterschrift unter den «Federal Reserve Act» machte der amerikanische Präsident Woodrow Wilson am 23. Dezember 1913 den Weg frei zur Bildung des Federal Reserve Systems. Die USA hatten einen neuen Mechanismus zur Bekämpfung von Krisen.

Heute ist die Fed die mächtigste Zentralbank der Erde: Mit offenen Geldschleusen und einer ratternden Notenpresse hat die Notenbank die amerikanische Wirtschaft in den letzten Jahren wieder auf Trab gebracht. Die Fed fällt Entscheidungen, die Investoren in aller Welt jubeln oder erzittern lassen.

Auch an den Anfängen ging es um Krisenbekämpfung: Nach mehreren Banken- und Finanzkrisen vor dem Ersten Weltkrieg setzte sich in den USA die Erkenntnis durch, dass es eine Zentralbank letzter Kreditgeber (lender of last resort) brauche. Das System bestand aus einer Zentrale in Washington und regionalen Distrikt-Notenbanken.

Mächtiger Offenmarktausschuss

Amerikanische Geschäftsbanken beteiligten sich an den regionalen Ablegern der Fed, die Vertreter der Filialen bestimmen bei der Geldpolitik mit. Eine landläufige Behauptung, dass die Fed privat sei, ist aber falsch.

Die wichtigsten Entscheidungen in der Geldpolitik fällt in Washington der Offenmarktausschuss. Er wurde 1935 geschaffen und mit seiner Gründung verlor der amerikanische Finanzminister das Recht, an den Sitzungen des Vorstandes teilzunehmen.

Offenmarktoperationen, bei denen die Notenbank durch direkte Geschäfte mit den Banken ihre Geldpolitik umsetzt, wurden zum Standard. Alle modernen Notenbanken nutzen heute solche Geschäfte zur Refinanzierung der Banken bei der Zentralbank.

Versagen in der Krise

In der Weltwirtschaftskrise der Dreissiger Jahre versagte das System, weil die Notenbank nicht entschieden genug gegen die Deflation einschritt. Im Zweiten Weltkrieg hielt die Notenbank die Zinsen tief, damit die Regierung den Krieg leichter finanzieren konnte.

Zwanzig Jahre später bekämpfte der legendäre Fed-Präsident Paul Volcker die Inflation mit Zinsen von bis zu 20 Prozent. Davon ist man heute weit entfernt: Die Notenbank setzte die Zinsen seit Beginn der Hypotheken-, Banken- und Finanzkrise von 2007/2008 auf nahezu Null.

Schon davor hatte der damalige Fed-Chef Alan Greenspan die Zinsen tief gehalten und den Boom unterstützt, aus Sicht vieler Kritiker allerdings zu lange.

Doppelaufgabe

Die geldpolitische Aufgabe der Fed ist es, den Zugang zur Liquidität und die Kosten für Kredite in den USA zu steuern. Der klassische Leitzins (Federal Funds Rate) gibt vor, zu welchem Zins Banken ihre Zentralbankguthaben kurzfristig an andere Banken ausleihen sollen.

Der Notenbank obliegt eine Doppelaufgabe: Neben der Preisstabilität soll sie auch die Vollbeschäftigung fördern. Die aktuelle Politik der niedrigen Zinsen verbunden mit den massiven und umstrittenen Anleihenkäufen zur Ankurbelung der Wirtschaft sollen daher so lange weiterlaufen, bis die Arbeitslosigkeit auf mindestens 6,5 Prozent sinkt.

Seit vergangener Woche kauft die Fed statt für 85 Milliarden Dollar im Monat noch für 75 Milliarden Dollar Wertpapiere an. Die Absicht und die Wirkung des «Quantitative Easing» bleiben aber gleich. In dem die Fed die langfristigen Zinsen drückt, hilft sie beispielsweise Hausbauern und stützt so die gesamte Wirtschaft.

SDA/kpn

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