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Fed-Ankündigung treibt Börsen in den USA und Asien an

Im Kampf gegen die Wirtschaftskrise tätigt die US-Notenbank Fed weitere milliardenschwere Anleihenkäufe. Die Kurse an der Wallstreet schossen in die Höhe und der Dow Jones schloss auf dem höchsten Stand seit Dezember 2007.

Die Ankündigung Bernankes war mit Spannung erwartet worden: Die Wall Street reagierte mit einem Kurssprung. (13. September 2012)
Die Ankündigung Bernankes war mit Spannung erwartet worden: Die Wall Street reagierte mit einem Kurssprung. (13. September 2012)
Keystone

US-Notenbankchef Ben Bernanke will die weiter auf hohem Niveau verharrende Arbeitslosigkeit in den USA mit massiven Anleihekäufen und weiterhin auf Rekordtief verharrenden Zinsen bekämpfen. Die bei über acht Prozent liegende Arbeitslosigkeit sei «weiterhin eine ernste Sorge», sagte Bernanke. Er nahm damit Stellung zum Beschluss des Federal Reserve (Fed), die US-Konjunktur mit Anleihekäufen von monatlich über 40 Milliarden Dollar und der Beibehaltung des Zinstiefs ankurbeln zu wollen.

Die von der US-Notenbank angekündigten Massnahmen haben ein Kursfeuerwerk an der Wallstreet ausgelöst. Der Dow-Jones-Index der 30 führenden Industrieunternehmen schoss um 206,51 Punkte nach oben und beendete den Tag mit 13'539,81 Zählern, dem höchsten Stand seit Dezember 2007. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg 41,52 Punkte auf 3155,83 Zähler.

Der in Aussicht gestellte Geldsegen hat am Freitag auch an der japanischen Aktienbörse gewirkt. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index stieg bis zum Mittag in Tokio um 1,5 Prozent auf den höchsten Stand seit fast drei Wochen. Er kletterte auf 9132 Punkte.

Die Anleger haben aber auch den eigenen Finanzmarkt im Blick. «Was wir jetzt beobachten, ist die Währung», sagte ein Händler, der auf den starken Yen verwies. «Die offene Frage ist, ob die Bank von Japan eingreift und etwas für die Währung tut», sagte er. Die andere Frage sei, ob die japanische Nationalbank dem Fed und der EZB folge und nächste Woche mehr Geld in den Markt pumpe.

«Wir wollen eine nachhaltige Verbesserung am Arbeitsmarkt», sagte Bernanke am Dienstag. «Wir haben keine bestimmte Zahl im Kopf. Aber die, die wir die letzten sechs Monate gesehen haben, ist es nicht.» Der Kauf hypothekarisch gesicherter Wertpapiere solle so lange fortgesetzt werden, bis die Arbeitslosigkeit substanziell zurückgehe, teilte das Fed mit. In einem neuen Ausblick der Notenbank hiess es, die Arbeitslosigkeit werde in diesem Jahr wohl nicht mehr unter acht Prozent sinken.

Kaufen, bis es besser wird

«Wenn der Ausblick für den Arbeitsmarkt sich nicht wesentlich verbessert, wird das Komitee seine Käufe von hypothekarisch gesicherten Wertpapieren fortsetzen, zusätzliche Käufe tätigen und andere Werkzeuge anwenden, bis eine solche Verbesserung im Kontext der Preisstabilität eintritt», erklärte die Notenbank. Zugleich kündigte das Institut an, die Zinsen für kurzfristige Kredite bis Mitte 2015 auf dem gegenwärtigen Rekordtief zu belassen.

Mir den Anleihekäufe sollen die Zinsen langfristig niedrig gehalten werden und die Kreditaufnahmen und Investitionen angekurbelt werden. Notenbank-Chef Ben Bernanke hatte in einer Rede im vergangenen Monat darauf hingewiesen, dass die sogenannte quantitative Lockerung und andere unorthodoxe Massnahmen der Zentralbank die Kreditkosten abgefedert und die Aktienkurse in die Höhe getrieben hätten. Bei der heute angekündigten Massnahme handelt es sich bereits um die dritte Runde von Anleihekäufen.

Staatsdefizit das vierte Jahr in Folge über eine Billion Dollar

Das US-Haushaltsdefizit hat im August um 191 Milliarden Dollar (179 Milliarden Franken) zugenommen und verharrt damit seit vier Jahren ununterbrochen über der Marke von einer Billion Dollar. Das US-Finanzministerium teilte mit, der Fehlbetrag habe in den ersten elf Monaten des am 30. September endenden Haushaltsjahres bei 1,16 Billionen Dollar gelegen – sechs Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Mitteilung bestätigte, dass Präsident Barack Obama es in jedem Jahr seiner Amtszeit mit einem Billionen-Defizit zu tun hatte. Sein Herausforderer bei der Präsidentenwahl im November, Mitt Romney, wirft ihm vor, nicht genug gegen das Defizit unternommen zu haben.

SDA/rbi/ses

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