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Fed kauft keine weiteren Staatsanleihen mehr

Die US-Notenbank belässt die Zinsen auf einem Rekordtief. Gleichzeitig lässt die Fed ihr Konjunkturprogramm auslaufen – trotz Wachstumsschwäche der Wirtschaft.

Das Geld bleibt billig: Fed-Chef Ben Bernanke in einer Aufnahme vom 7. Juni 2011.
Das Geld bleibt billig: Fed-Chef Ben Bernanke in einer Aufnahme vom 7. Juni 2011.
Keystone

Trotz des langsamen US- Wirtschaftswachstums nimmt die Notenbank Fed den Fuss vom Gas. Sie beschloss auf ihrer heutigen Zinssitzung, ihr 600 Milliarden Dollar schweres Bond-Ankaufprogramm zur Stützung der Konjunktur wie geplant Ende des Monats auslaufen zu lassen.

Zugleich bleibt der Leitzins jedoch mit 0 bis 0,25 Prozent weiter niedrig. Daran wird sich auch für «geraume Zeit» nichts ändern, wie die Notenbanker um Fed-Chef Ben Bernanke den von den Schuldenkrisen in den USA und Europa in Atem gehaltenen Märkten signalisierten.

Langsame Erholung wird erwartet

Die Fed erwartet, dass die schleppende Erholung «in den kommenden Quartalen» mehr Fahrt aufnehmen wird. Allerdings räumte der für die Zinspolitik zuständige Offenmarktausschuss ein, dass er die Stärke des Aufschwungs zuletzt überschätzt hat: «Die Erholung setzt sich mit einem gemässigten Tempo fort, wenn auch mit einer etwas langsamerem Gangart als vom Ausschuss erwartet.»

Auch wenn mit dem Auslaufen des im November gestarteten Staatsanleihen-Ankaufprogramms der grosse Strom des billigen Geldes nun versiegt, so wagt die Fed doch keinen kalten Entzug für die an Krisenhilfen der Notenbank gewöhnte Finanzwirtschaft.

Die Fed hält nämlich ihre Bilanzsumme vorerst stabil: Das heisst, auslaufende Bonds werden durch den Ankauf neuer Papiere ersetzt. Damit dürften nach Ansicht von Experten immerhin noch zehn bis 20 Milliarden Dollar pro Monat in die Wirtschaft gepumpt werden. Zugleich hält sich die Notenbank die Option offen, bei Bedarf nachzusteuern sowie «Umfang und Zusammensetzung» des von ihr gehaltenen Wertpapier-Portfolios anzupassen.

Die längerfristigen Inflationserwartungen sieht die Notenbank weiterhin fest verankert, auch wenn sich die Lebenshaltungskosten zuletzt im Sog der gestiegenen Ölpreise erhöht haben. Dennoch will die Fed die Entwicklung weiter mit grosser Aufmerksamkeit beobachten.

Ausblick wohl pessimistischer

Die enttäuschend ausgefallene Konjunkturerholung dürfte die Fed wohl dazu veranlassen, ihren Konjunkturausblick nach unten zu korrigieren. Ende April hatte sie für 2011 ein Wachstum von 3,1 bis 3,3 Prozent veranschlagt.

Die Wirtschaft war im ersten Vierteljahr jedoch nur mit einem Tempo von 1,8 Prozent gewachsen. Für die am Freitag anstehende aktualisierte Schätzung erwarten Experten nur eine leichte Aufwärtskorrektur.

Auch im laufenden zweiten Quartal dürfte lediglich ein Wachstum von - aufs Jahr hochgerechnet - 2,5 Prozent herausspringen. Dies ist jedoch zu wenig, um für einen deutlichen Abbau der Arbeitslosigkeit zu sorgen. Zuletzt lag die Quote bei 9,1 Prozent.

Auch wegen dieser trüben Aussichten am Jobmarkt denkt die Fed vorerst nicht an eine Zinswende und stellt den Banken noch für geraume zeit Geld praktisch zum Nulltarif bereit. Sie soll gemäss ihrem Mandat neben stabilen Preisen auch Vollbeschäftigung fördern. Die Notenbank setzt trotz der enttäuschenden Entwicklung am Jobmarkt darauf, dass sich die Lage schrittweise bessert.

(SDA)

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