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Europas Börsen ziehen an – SMI notiert fester

Trotz der Enttäuschung über die Resultate des Treffens Merkel/Sarkozy haben die meisten europäischen Börsen im Plus geschlossen. Der Dow Jones lag zum Börsenschluss nur knapp über der Ziellinie.

Die wichtigsten Aktienindizes der USA haben sich heute uneinheitlich entwickelt. Der Dow Jones Industrial rettete am Ende des Tages bloss ein Plus von 0,04 Prozent auf 11'410,21 Punkte über die Ziellinie.

In den vergangenen Handelstagen hatte sich der Aktienindex nach seinem zweiwöchigen Kursrutsch stabilisiert. Der breit gefasste S&P 500 gewann 0,09 Prozent auf 1193,88 Punkte. Der Nasdaq 100 dagegen fiel um 0,58 Prozent auf 2181,62 Punkte, der umfassendere Composite- Index verlor 0,47 Prozent auf 2511,48 Punkte.

Börsianer sprachen von einer Abkühlung der Handelsaktivität und einer nach den jüngsten Turbulenzen ruhigen Sitzung. Sie konnten kaum einzelne Nachrichten für die Schwankungen der Indizes im Handelsverlauf um ihren Vortagesschluss verantwortlich machen. Insgesamt fehlten die entscheidenden neuen Nachrichten - abgesehen von Unternehmenszahlen - und damit die Impulse für eine klare Richtung.

Zuversicht für die kommenden Monate

Überraschend positive Geschäftszahlen der Büroartikel-Kette Staples und des Discounters Target brachten die US-Anleger in Kauflaune. Beide Unternehmen gelten als Indikator für die Ausgabefreude der US-Verbraucher. Die Detailhändler blicken auch zuversichtlich auf die kommenden Monate, was die Euro-Schuldenkrisen in New York in den Hintergrund treten liess.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gewann in den ersten Handelsstunden um 0,25 Prozent auf 11'435 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq tendierte dagegen wegen der enttäuschenden Resultate des Computerherstellers Dell um 0,4 Prozent tiefer bei 2514 Stellen.

Schweizer Börse fester

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch im späteren Geschäft zugelegt. Kursgewinne der schwer gewichteten und defensiven Pharmawerte Novartis und Roche, des Lebensmittelriesen Nestlé sowie der sich abschwächende Franken sorgten laut Händlern für steigende Kurse.

«Die grösste Stütze für uns war sicher der schwächere Euro», sagte ein Händler. «Wir haben eine Währungsbörse», erklärte ein anderer. Der Leitindex SMI notierte um 0,9 Prozent höher auf 5421,21 Punkten. Der breite SPI zog um 0,7 Prozent auf 4931,69 Zähler an.

Händler sagten, zunächst seien die Massnahmen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) als eher enttäuschend aufgenommen worden. Die SNB verabreicht dem Markt eine neue Liquiditätsspritze und hebt die Giroguthaben der Banken auf 200 von 120 Milliarden Fr. kräftig an. Marktteilnehmer im In- und Ausland hatten auf eine Anbindung des Frankens an den Euro oder eine Mindestkurshöhe gehofft.

Dax fällt

Auch die Börsen in Paris ( 0,7 Prozent) und Madrid ( 0,6 Prozent) notierten im Plus. Die skandinavischen Börsen zogen ebenfalls an. Dagegen tauchte die Börse in London um 0,5 Prozent

Und in Deutschland notierte der Dax um 0,7 Prozent im Minus. Den Frankfurter Aktienmarkt belasteten die Ergebnisse des deutsch- französischen Gipfels. Dabei vereinbarten beide Länder, unter anderem über eine Wirtschaftsregierung und eine Finanztransaktionssteuer die Eurozone zu stärken.

In den USA hätten viele auf Schritte hin zu gemeinsamen Anleihen, den Euro-Bonds, gehofft, sagte Art Hogan von Lazard Capital. Doch aus Deutschland gebe es immerhin ein starkes Signal zur Bereitschaft für eine Rettung des Euro.

Die Pläne für eine Stärkung der Eurozone reichen aus Sicht vieler Börsianer nicht aus, um Europa aus dem Schuldensumpf zu ziehen. «Langfristig macht einiges Sinn, kurzfristig hilft es nicht aus der Misere», brachte ein Händler die Meinung vieler auf den Punkt.

«Strafsteuer»

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy wollen über eine Wirtschaftsregierung, eine in den Verfassungen festgeschriebene Schuldenbremse sowie eine Steuer auf Börsengeschäfte - die sogenannte Finanztransaktionssteuer - die Eurozone stärken.

Vor allem die Finanztransaktionssteuer sorgte für Aufruhr und schickte die Aktien von Börsenbetreibern und Banken auf Talfahrt.

«Dieser Strafzuschlag wird den Finanzsektor wohl zusätzlich belasten», schrieb Aktienhändler Jonathan Sudaria vom Brokerhaus Capital Spreads in einem Marktkommentar. Die grössten Verlierer an der Schweizer Börse waren unter den Grosskonzernen denn auch die Grossbanken UBS (-1,3 Prozent) und Credit Suisse (-2,1 Prozent).

(SDA)

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