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Euroländer schrauben am «Megaschirm»

Laut einem Bericht verhandeln die Euroländer über einen viel grösseren Rettungsschirm, als bisher bekannt. Geplant ist ein Dreiergespann aus EFSF, ESM und IWF.

Euroländer erwägen einen Rettungsschirm mit mehr Spannweite: Eurozeichen in einer Einkaufspassage in Paris.
Euroländer erwägen einen Rettungsschirm mit mehr Spannweite: Eurozeichen in einer Einkaufspassage in Paris.
Keystone

Die Euroländer erwägen einem Zeitungsbericht zufolge ein doppeltes Sicherungssystem für strauchelnde Staaten. Der Rettungsfonds EFSF solle auch weiterlaufen, wenn Mitte kommenden Jahres der dauerhafte Euro-Rettungsschirm ESM in Kraft trete, berichtete die «Financial Times Deutschland». Ursprünglich war geplant, dass der Rettungschirm ESM den alten EFSF ersetzt.

Der EFSF war als vorübergehende Hilfe gedacht. Er verfügt über 440 Milliarden Euro. Dazu kämen dann 500 Milliarden Euro vom ESM. Durch den doppelten Rettungsschirm würde sich die Wirkung somit etwa verdoppeln. Von den 440 Milliarden Euro des alten Schirms sind jedoch bereits 190 Milliarden Euro für Griechenland, Irland und Portugal vergeben.

Gar dreifacher Rettungsschirm möglich

Die Eurostaaten planen gemäss Spiegel online noch ein zusätzliches Instrument, um stark verschuldete Staaten notfalls vor dem Konkurs zu retten. Demnach sollen die 17 Zentralbanken der Eurozone jeweils einen dreistelligen Milliardenbetrag in einen Spezialfonds einzahlen. Das Geld soll dem Internationalen Währungsfond (IWF) zugute kommen.

Somit ergäbe sich nicht nur ein doppelter Rettungsschirm, sondern ein Dreiergespann aus EFSF, ESM und IFW. Diese Lösung ist jedoch noch weit davon entfernt, abgesegnet zu werden. Einige Staaten seien von der Idee eines «Megaschirms», wie die «Financial Times» schreibt, aber noch nicht überzeugt, berichtete die Financial Times.

Neues Geld für den Rettungsfonds

Trotz des nervösen Marktumfelds will der europäische Rettungsfonds EFSF noch in diesem Jahr frisches Geld bei Investoren einsammeln. Mit der Auktion von Papieren mit einer Laufzeit von drei, sechs und zwölf Monaten solle die Flexibilität erhöht werden, kündigte der Fonds am Mittwoch an.

«Dieses Programm wird die langfristigen Anleihen-Geschäfte nicht ersetzen, sondern für mehr Flexibilität sorgen», sagte EFSF-Chef Klaus Regling. Die Versteigerung soll über die deutsche Finanzagentur laufen. Die zugelassenen 47 internationalen Institutionen können Gebote abgeben.

Der EFSF wurde im Mai 2010 aus der Taufe gehoben, um Euro-Länder mit Krediten zu versorgen, die vom Kapitalmarkt abgeschnitten sind oder nur zu horrenden Konditionen Geld bekommen. Der 440 Milliarden Euro grosse Fonds benötigt zehn Milliarden in bar, um im Notfall rasch reagieren zu können.

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