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Die Preise im Detailhandel sinken weiter

Die Umsätze im Schweizer Detailhandel stiegen im Juli gegenüber dem Vorjahr um 1,9 Prozent. Vor allem in einem Bereich profitierten die Konsumenten von verbilligten Preisen.

Im Detailhandel herrscht seit längerer Zeit Deflation: Frauen im Ausverkauf in Lausanne. (Archivbild)
Im Detailhandel herrscht seit längerer Zeit Deflation: Frauen im Ausverkauf in Lausanne. (Archivbild)
Keystone

Der Schweizer Detailhandel hat im Juli die Umsätze gegenüber dem Vorjahr real um 1,9 Prozent gesteigert. Nominal blieben die Erträge unverändert, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) heute bekannt gab.

Die Differenz ergibt sich aus den sinkenden Preisen im Detailhandel, wie Christian Furger vom BFS erklärt. Im Detailhandel herrsche seit längerer Zeit Deflation.

Am stärksten sanken die Preise im Nicht-Nahrungsmittelbereich (ohne Treibstoffe). Dort ergab sich bei einem nominellen Nullwachstum ein Plus von 2,8 Prozent. Beim Handel mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren stiegen die Umsätze real um 1,5 Prozent (nominal –0,3 Prozent). Die Zahlen sind provisorisch.

Kritik an der Methodik

Ein deutlicher Rückgang der Umsätze ergibt sich im Vergleich zum Vormonat. Gegenüber Juni schrumpften die realen Umsätze saisonbereinigt real um 3,4 Prozent und nominal um 3,3 Prozent. Gemäss Furger hat dies allerdings auch damit zu tun, dass in diesem Jahr sowohl Auffahrt als auch Pfingsten in den Monat Juni fielen.

Zwar bereinige das BFS seine Zahlen stets um die Anzahl Verkaufstage, so Furger. Bisher seien dabei aber alle Tage gleich gewichtet worden. Es spiele aber durchaus eine Rolle, ob ein Monat in einem Jahr beispielsweise einen Samstag mehr habe oder einen Wochentag.

In einem Anfang August publizierten Papier wiesen Ökonomen der Credit Suisse auf die Probleme hin, die sich daraus ergeben. Zwischen den einzelnen Wochentagen variieren die Umsätze beträchtlich. Zudem wird vor Feiertagen meist deutlich mehr verkauft.

«Ein Donnerstag vor Ostern lässt sich aufgrund der höheren Umsätze nicht mit einem gewöhnlichen Donnerstag vergleichen», hiess es in dem Papier. Weil aber das BFS alle Tage gleich behandle, würden die Ergebnisse verzerrt.

«Wir waren uns bewusst, dass unsere Methode der Verkaufstagsbereinigung Probleme mit sich bringt. Es gab aber nie so extreme Verzerrungen wie im vergangenen Juni», erklärte Furger. Im Hinblick auf künftige Detailhandelsstatistiken prüft das Amt eine Anpassung der Methodik.

SDA/mrs

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