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Die Lage auf dem Schweizer Arbeitsmarkt entspannt sich

Im vierten Quartal 2010 waren 48'000 Personen mehr beschäftigt als im Vorjahr. Insbesondere die Uhrenindustrie und das Baugewerbe konnten zulegen. Andere Branchen leiden noch immer unter der Krise.

Das Baugewerbe stellte im vergangenen Jahr 7000 Arbeiter an: Ein Bauarbeiter auf der Baustelle der Autobahn A12 in Bern.
Das Baugewerbe stellte im vergangenen Jahr 7000 Arbeiter an: Ein Bauarbeiter auf der Baustelle der Autobahn A12 in Bern.
Keystone

Gesamtschweizerisch hat die Zahl der Beschäftigten innerhalb eines Jahres um 1,2 Prozent zugenommen. Damit gingen im vierten Quartal 4,085 Millionen Menschen in der Schweiz einer Arbeit nach, wie das Gemäss dem Bundesamt für Statistik (BFS) im heute publizierten Beschäftigungsbarometer festhält.

Zum ersten Mal seit Anfang 2007 nahm die Beschäftigung im Industriesektor mit 1,4 Prozent mehr zu, als jene des Dienstleistungssektors, welcher mit plus 1,1 Prozent weiter stabil bleibt. In absoluten Zahlen: Im Vergleich zum vierten Quartal 2009 waren 14'000 Personen mehr in der Industrie und 34'000 Personen mehr im Dienstleistungsbereich angestellt.

Uhrenbranche und Baugewerbe als Zugpferd

Verantwortlich für die positive Entwicklung im Industriesektor seien vor allem die Uhrenbranche sowie das Baugewerbe, wie das BFS weiter schreibt. Die davor stark von der Krise betroffenen Uhrenhersteller beschäftigten im Vergleich zum 4. Quartal 2009 3000 Personen oder 2,9 Prozent mehr. Das Baugewerbe trug mit plus 7000 Beschäftigten (2,3 Prozent) ebenfalls zu der positiven Tendenz bei.

Hingegen ächzen der Maschinenbau und die Branche «Herstellung von elektrischen Ausrüstungen» noch immer unter der Wirtschaftskrise. Beide büssten im Jahresvergleich noch je 1000 Beschäftigte ein (-1,4 Prozent respektive -1,2 Prozent). Allerdings, so das BFS, würden die Indikatoren für die nächsten Quartale im Maschinenbau eine Verbesserung in Aussicht stellen.

Betriebe melden Rekrutierungsprobleme

Das grösste Beschäftigungswachstum im Dienstleistungssektor verzeichnete mit plus 6000 Personen ( 2,2 Prozent) das Gesundheitswesen. Deutliche Einbussen ergaben sich in den Branchen Gastronomie (-3000; -1,7 Prozent) und Kunst und Unterhaltung (-2000; -3,7 Prozent). Doch auch für diese Branchen könnte es künftig aufwärts gehen. Das zumindest zeigen erste Indikatoren. Der Index der offenen Stellen wie auch der Indikator der Beschäftigungsaussichten entwickeln sich positiv und bestätigen die Signale der beiden Vorquartale.

Im Industriesektor seien die Aussichten für das kommende Quartal besonders günstig, schreibt das BFS. Der Index der offenen Stellen stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 47 Prozent, der Indikator der Beschäftigungsaussichten um 5,8 Prozent. Im Dienstleistungssektor sind die Aussichten mit plus 7,6 Prozent mehr offenen Stellen und einem prognostizierten Beschäftigungsplus von 1,4 Prozent moderater. Infolge der guten Aussichten hätten bereits Betriebe Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von qualifizierten Arbeitskräften angemeldet.

Alle Regionen im Plus

Positiv zu werten ist überdies, dass in allen Grossregionen die Gesamtbeschäftigung zunahm. Im Jahresvergleich legten die Regionen Genfersee ( 2 Prozent), Tessin ( 2,9 Prozent) und Ostschweiz ( 3,2 Prozent) im Industriesektor stark zu. Die Zentralschweiz verzeichnete derweil mit einem Beschäftigungsplus von 2,2 Prozent im Dienstleistungssektor den höchsten Anstieg.

(SDA)

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