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Die Fussball-WM treibt Brasilien in die Rezession

Aus ökonomischer Sicht war die Weltmeisterschaft für Brasilien ein Eigentor. Der wirtschaftliche Rückgang ist so stark wie letztmals während der Finanzkrise.

Will im Oktober wiedergewählt werden: Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff.
Will im Oktober wiedergewählt werden: Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff.

Brasilien ist überraschend in eine Rezession geraten. Die Wirtschaftsleistung schrumpfte im ersten Halbjahr, wie aus den am Freitag vorgelegten Daten des Statistikamtes hervorgeht. Demnach gab das Bruttoinlandprodukt (BIP) in den Monaten April bis Juni um 0,6 Prozent nach. Zu Jahresbeginn lag das Minus bei 0,2 Prozent.

Die Fussball-Weltmeisterschaft im Juni und Juli hatte sogar einen Bremseffekt für die Wirtschaft: Fabriken drosselten an den Spieltagen ihre Produktion, da Städte wegen der Partien Feiertage ausriefen. Die Behörden wollten damit Verkehrsstaus und andere logistische Probleme rund um die WM-Stadien vermeiden.

Stärkster Rückgang seit der Finanzkrise

Dass die Konjunktur nun auf Schrumpfkurs geraten ist, kommt für das Land dennoch überraschend. Schliesslich war in einer ersten Schätzzahl für den Jahresbeginn noch ein Plus beim BIP von 0,2 Prozent veranschlagt worden.

Da die Wirtschaft nunmehr zwei Quartale in Folge geschrumpft ist, sprechen Volkswirte von einer technischen Rezession. Zuletzt war die Wirtschaft während der Finanzkrise zur Jahreswende 2008/09 so stark abgerutscht.

Noch eine Hypothek für Rousseff

Die eingetrübte Konjunkturlage dürfte die ohnehin schwindenden Aussichten der linken Präsidentin Dilma Rousseff auf eine Wiederwahl im Oktober schmälern. Ihrer zentristischen Herausforderin Marina Silva werden bessere Chancen auf den Sieg eingeräumt, falls es zu einer Stichwahl kommt.

Unter Rousseffs Regierung hat das einst kräftig wachsende Schwellenland konjunkturell nachgelassen. Als Alarmzeichen gilt, dass die Investitionen im Frühjahr um 5,3 Prozent einbrachen und die Industrie nunmehr vier Quartale in Folge schrumpft.

Nach Ansicht des Ökonomen Eduardo Velho vom Investmentfonds INVX Global muss Brasilien seine Anstrengungen verstärken, wettbewerbsfähiger zu werden und die Produktivität zu steigern.

SDA/ldc

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