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Die deutsch-französische Überraschung

Im dritten Quartal ist die Wirtschaft Deutschlands um 0,1 Prozent gewachsen. Das ist nicht viel – aber nicht der befürchtete Rückgang. Noch besser lief es in Frankreich.

Die privaten Haushalte haben im dritten Quartal mehr ausgegeben: Kunden in einem Einkaufszentrum im deutschen Oldenburg. (Archivbild: Reuters)
Die privaten Haushalte haben im dritten Quartal mehr ausgegeben: Kunden in einem Einkaufszentrum im deutschen Oldenburg. (Archivbild: Reuters)
Reuters

Deutschland ist der Rezession knapp entkommen: Im dritten Quartal wuchs die Wirtschaft minimal um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Sie habe sich damit in einem schwierigen Umfeld als stabil erwiesen.

Zum Wachstum trugen vor allem die Verbraucher bei: Sie gaben laut Statistik ordentlich Geld aus. «Mit viel Schwung» war die Wirtschaft ins Jahr gestartet, im ersten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,8 Prozent zu, wie die Statistiker betonten. Im zweiten Quartal ging das BIP dann zurück, allerdings nur um 0,1 Prozent, und nicht wie zunächst errechnet um 0,2 Prozent. Ein weiterer Rückgang der Wirtschaftsleistung hätte ein Abgleiten in die Rezession bedeutet.

Neuer Exportrekord – weniger Investitionen

Doch die Ausgaben der privaten Haushalte und auch der Aussenhandel legten im dritten Quartal kräftig zu. Die Exporte wuchsen stärker als die Importe, wie das Statistikamt hervorhob. Dadurch hatte der Aussenbeitrag (Exporte minus Importe) einen «leicht positiven Effekt» auf das BIP. Im September erreichten die Exporte mit einem Wert von 102,5 Milliarden Euro sogar einen neuen Rekord.

Die Investitionen dagegen waren insgesamt rückläufig, erklärten die Statistiker. Die Unternehmen gaben ersten Berechnungen zufolge vor allem weniger für Ausrüstungen aus. Die Investitionen in Bauten gingen demnach nur geringfügig zurück. Zudem räumten die Unternehmen ihre Lager.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal legte das BIP von Juli bis September um 1,2 Prozent zu. Für das Gesamtjahr rechnet die Bundesregierung mit einem Wachstum von 1,2 Prozent, die wichtigsten wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsinstitute sagen 1,3 Prozent voraus.

Frankreichs Wirtschaft legt 0,3 Prozent zu

Europas zweitgrösste Volkswirtschaft Frankreich schnitt im dritten Quartal besser ab als Deutschland: Sie ist um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gewachsen. Nach Angaben der Statistikbehörde Insee vom Freitag ging das BIP im zweiten Quartal allerdings um minus 0,1 Prozent zurück. Bislang hatten die Statistiker sowohl für das erste als auch für das zweite Quartal ein Nullwachstum angegeben. Verantwortlich für das Wachstum im dritten Quartal waren den Statistikern zufolge die Ausgaben der privaten und öffentlichen Haushalte. Die Investitionen gingen erneut zurück.

Frankreichs Finanzminister Michel Sapin erklärte in Paris, das leichte Wachstum sei zu schwach, um neue Arbeitsplätze zu schaffen, die das Land brauche. Angesichts der schlechten Zahlen hatte die französische Regierung bereits ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr von ursprünglich einem Prozent auf 0,4 Prozent gesenkt. Staatschef François Hollande kämpft seit seinem Amtsantritt im Mai 2012 gegen die Wirtschaftskrise an, kann dabei aber bislang so gut wie keine Erfolge vorweisen.

sda/AFP/thu

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