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Die Börsen hoffen auf Bernanke

Die Märkte sind gespannt, ob das Fed heute weitere Interventionen bekannt gibt. In Asien trieb Hoffnung die Kurse an. Japans Handelsbilanz überraschte. Italiens Industrie liefert hingegen beunruhigende Zahlen.

Die Schweizer Börse hat heute Mittwoch im frühen Handel keine Richtung gefunden. Der Markt wartet nach Händlerangaben auf die am frühen Abend anstehenden geldpolitischen Beschlüsse der US-Notenbank Fed. Die Börsenindizes bewegten sich um die Nulllinie. Sie lagen mal leicht über mal leicht unter den Schlussständen des Vortages. Der Standardwerteindex SMI notierte nach etwa 30 Handelsminuten 0,2 Prozent im Minus bei 6020 Zählern. Der breite SPI gab ebenfalls 0,2 Prozent auf 5597 Zähler nach.

Belastet wurde der Markt durch die leicht schwächer tendierenden Standardwerte Nestlé, Novartis und Roche. Die Banken lagen im Plus, während die Versicherungen uneinheitlich tendierten.

Hoffen auf Operation Twist

In den USA hoffen die Märkte auf eine Fortsetzung der Operation Twist. Dabei geht es um eine Umschichtung des Anleihebestandes, um sukzessive kurzfristige durch langfristige Vermögenswerte zu ersetzen. Damit könnte das Fed die langfristigen Zinsen weiter drücken und so die Wirtschaft anschieben. Für eine erneute Lockerung der Geldpolitik (QE3), auf die einige Investoren setzten, sei es dagegen zu früh, betonte ein Analyst.

Für 18.30 Uhr ist eine Erklärung des Fed nach seiner zweitägigen Beratung vorgesehen. Zudem wird sich Fed-Chef Ben Bernanke vor der Presse zur künftigen Strategie äussern.

Steigende Kurse in Asien

An den asiatischen Aktienmärkten trieb die Hoffnung auf eine weitere Lockerung der US-Geldpolitik die Kurse in die Höhe. Der Markt spekulierte dort auf eine Verlängerung der Operation Twist. «Wenn sie enttäuscht werden, werden die US-Börsen fallen. Dieses Risiko wird den Markt davon abhalten, zu stark zu steigen», sagte ein Experte.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss in Tokio mit einem Plus von 1,1 Prozent auf 8752 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index legte 1,7 Prozent auf 747 Punkte zu. Auch die Börsen in Taiwan, Singapur, Südkorea, Australien und Hongkong lagen im Plus. Lediglich in Shanghai ging es abwärts.

Japan überrascht mit Exporten

Die Exporte Japans haben im Mai deutlicher zugenommen als erwartet. Die Ausfuhren stiegen im Vorjahresvergleich um 10,0 Prozent, wie das Finanzministerium heute mitteilte. Volkswirtschaftler hatten im Schnitt mit 9,3 Prozent gerechnet.

Die Importe stiegen um 9,3 Prozent. Experten hatten mit einem Plus von 2,9 Prozent gerechnet. Das Handelsbilanzdefizit betrug im Mai 907,3 Milliarden Yen (knapp 11 Milliarden Franken) und lag damit deutlich über den Erwartungen der Analysten. Sie hatten mit 561,1 Milliarden Yen gerechnet.

Auftragseinbruch bei Italiens Industrie

Die italienische Industrie kommt nicht auf die Beine. Ihre Aufträge brachen im April um 12,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat ein, teilte das Statistikamt Istat am Mittwoch mit. Im März hatte es sogar einen Rekordrückgang von 14,3 Prozent gegeben.

Verglichen mit dem Vormonat gingen die Bestellungen im April um 1,9 Prozent zurück. Während die Auslandsnachfrage um 4,0 Prozent schrumpfte, fielen die Aufträge aus dem Inland nur um 0,3 Prozent.

Experten zufolge leidet die Industrie unter einer sinkenden Wettbewerbsfähigkeit. «Italien exportiert nur 375 Milliarden Euro, das ist lediglich ein Drittel der deutschen Ausfuhren», sagte der Präsident des deutschen Exportverbandes BGA, Anton Börner, dem «Handelsblatt». «Auf den Weltmärkten ist Italien praktisch nicht mehr präsent, die Wettbewerbsfähigkeit hat in den vergangenen Jahren enorm nachgelassen.»

SDA/ami/rub

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