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Die Bilanz einer turbulenten Woche

Die US-Notenbank beschliesst weitere Lockerungen der Geldpolitik, Karlsruhe gibt grünes Licht für den ESM: Was bleibt? UBS-Chefökonom Andreas Höfert im Video-Interview.

«Es wird zu einer Fiskalunion kommen»: UBS-Chefökonom Andreas Höfert.

Lange wurde gewerweisst, ob und wann die Federal Reserve Bank eine weitere Runde des sogenannten Quantitative Easing starten würde. Wer auf billiges Geld und steigende Kurse gewettet hatte, wurde von Ben Bernanke gestern nicht enttäuscht. Wie der Präsident der US-Notenbank bekannt gab, wird das Fed eher früher als später massiv am Anleihen- und Hypothekenmarkt aktiv.

Was sind die Aussichten dieser Geldmengenlockerung? UBS-Chefökonom Andreas Höfert zeigt sich skeptisch. «Die letzten zwei Runden haben nicht das gebracht, was sich Bernanke davon versprochen hat», sagt er im Interview mit Redaktion Tamedia (siehe Video). Nämlich, die nach der Finanzkrise in den USA auf Rekordniveau gestiegene Arbeitslosigkeit zu senken. Dafür brauche es schlicht und einfach mehr Zeit, wie Höfert sagt. «Die Amerikaner sind sehr ungeduldig.» Aus volkswirtschaftlicher Perspektive hält er die geldpolitische Lockerung durch das Fed nicht für sehr sinnvoll.

Europas unvermeidliche Fiskalunion

Etwas anders fällt Höferts Urteil über das angekündigte Programm der EZB aus. Die Europäische Zentralbank versprach letzte Woche, die angespannte Lage bei den Staatsanleihen der Krisenländer notfalls mit unbegrenzten Mitteln zu beruhigen. Am Mittwoch gab das Verfassungsgericht in Karlsruhe seine Zustimmung dafür, dass sich auch Deutschland am Rettungsschirm ESM beteiligen kann. Die EZB hatte dies zur Voraussetzung für ihre Anleihenkäufe gemacht.

Die Eurokrise gelange nun erst mal etwas in den Hintergrund, sagt Höfert. «Doch sie ist noch längst nicht ausgestanden.» Gefordert sei nun die Politik – allen voran Spanien, das baldmöglichst unter den Rettungsschirm gehen sollte. «Die Souveränität muss angetastet werden», so Höfert im Videointerview. Langfristig hält der UBS-Ökonom eine Fiskalunion mit Transfers von reichen zu armen Ländern in Europa für unvermeidlich.

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