Zum Hauptinhalt springen

Die Aktien irischer Banken legen zu

Auf den Rettungskredit der EU-Finanzminister hat der irische Aktienmarkt positiv reagiert. Laut IWF ist Irland damit gut positioniert, um das Vertrauen der Investoren zurück zu gewinnen.

Gewann 23 Prozentpunkte hinzu: Die Bank of Ireland.
Gewann 23 Prozentpunkte hinzu: Die Bank of Ireland.
Keystone

Der irische Aktienmarkt hat am Montag positiv auf den von den EU-Finanzministern freigegebenen Rettungskredit reagiert. Die Aktien der irischen Banken legten dank einer umgehenden Finanzspritze von zehn Milliarden Euro teils deutlich zu. Oppositionspolitiker kritisierten jedoch, dass Irland selbst 17,5 Milliarden Euro für die Rettung aufbringen muss, die aus Bar- und Rentenreserven stammen. Ausserdem sei der durchschnittliche Zins des Kredits mit 5,8 Prozent zu hoch.

Der Chefunterhändler des Internationalen Währungsfonds (IWF), Ajai Chopra, erklärte, Irland sei nun gut positioniert, um das Vertrauen der Investoren wiederzugewinnen und sich so letzten Endes wieder Geld am freien Markt leihen zu können. «Dies ist eine sehr gute Vereinbarung für Irland unter den gegebenen Umständen», sagte Chopra. Die Bedingungen seien für Irland auf jeden Fall besser als am Markt. Chopra bezeichnete es als gute Idee, auch die Rentenrücklagen einzusetzen, die schliesslich nur ein Prozent Zinsen einbrächten. Mit dem Geld werde der Umfang des Rettungspakets reduziert und damit auch die Kosten für die Finanzierung.

Die Zinsen für irische Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit gingen am Montag leicht auf 9,12 Prozent zurück. Am Freitag hatten sie mit 9,23 Prozent noch einen Rekordwert im Euroraum erreicht. Die Investoren sind aber anscheinend noch nicht davon überzeugt, dass das Rettungspaket für Irland Ängste vor weiteren Zahlungsschwierigkeiten in Europa zerstreuen kann. Der Euro stieg zunächst im Wert, ging dann aber rasch wieder zurück. Die Zinsen für spanische Anleihen stiegen leicht, während sie für Portugal leicht zurückgingen und für Griechenland praktisch unverändert blieben.

Bankenaktien legen deutlich zu

Die drei am Markt gelisteten Banken legten nach der Vereinbarung vom Sonntag deutlich zu. Die Aktien von Irish Life & Permanent, die einzige Bank in Dublin, die bereits Finanzhilfen erhalten hat, stieg in der ersten Stunde des Handels um 42 Prozent. Die Bank of Ireland gewann 23 Prozentpunkte hinzu, während sie ankündigte, weitere 2,2 Milliarden Euro ohne staatliche Hilfe aufbringen zu wollen. Die Anteilsscheine der Allied Irish Banks legte um sieben Prozentpunkte zu. Die Bank ist dringend auf Hilfe angewiesen und wird wohl bald mehrheitlich an den Staat fallen.

Der Wirtschaftswissenschaftler David McWilliams, der früher für die irische Zentralbank tätig war, kritisierte, dass die Verluste der irischen Banken den irischen Steuerzahlern aufgebürdet würden. Die Kreditgeber, hauptsächlich Banken in Grossbritannien, Deutschland und den USA, müssten dagegen keine Verluste hinnehmen. «Natürlich werden die Aktien der Banken steigen», erklärte McWilliams. «Wir haben ihnen gerade zehn Milliarden in die Taschen gesteckt.»

dapd/ske

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch