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Der Schatz im Mittelmeer

Der Fund von Erdgas vor der Mittelmeerinsel beflügelte Ende 2011 die Fantasie der Zyprioten. In der Not wird es nun als Rettung gesehen. Zahlen zeigen, wie viel Glanz tatsächlich am Schatz dran ist.

Hier wurde Erdgas gefunden: Der Sektor 12 vor der Mittelmeerinsel Zypern.
Hier wurde Erdgas gefunden: Der Sektor 12 vor der Mittelmeerinsel Zypern.
Zypriotisches Ministerium für Handel, Industrie und Tourismus Zypern

In den aktuellen Diskussionen rund um die Rettung der zypriotischen Banken gelten sie als Ass im Ärmel: die Gas- und Erdölressourcen vor der Südküste Zyperns. Die texanische Fördergesellschaft Noble Energy stiess Ende 2011 im sogenannten Block 12 in einer Tiefe von etwa 4500 Metern unter dem Meeresboden auf ein Erdgasfeld. Weitere Erdgasvorkommen vermuten die Experten in den Blocks 10 und 11. Die Offshoregebiete rund um die Insel sind in insgesamt 13 Sektoren unterteilt.

Schätzungen zufolge hat dieses Feld in Block 12 einen Umfang von 255 Milliarden Kubikmeter, wie verschiedene Medien berichteten (siehe Links in der Box). In den Blocks 10 und 11 gehen die Experten von 150 bis 240 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus, in weiteren Regionen könnten gar bis zu 2700 Milliarden Kubikmeter lagern. Des Weiteren vermuten Experten unter den Gasfeldern auch Ölfelder.

Mehr als 600 Milliarden Euro wert

Die Royal Bank of Scotland (RBS) schätzt den Wert dieser Rohstoffvorkommnisse in einer Studie auf «mehr als 600 Milliarden Euro» ein. Laut einer allgemeinen Faustregel könnte etwa die Hälfte dieses Geldes dem Staat Zypern zufliessen. Dies könnten bei den aktuellen Preisen laut Schätzungen etwa 3,1 Milliarden Dollar pro Jahr sein.

Der Block 12, in dem bereits Gas gefunden wurde, grenzt an die beiden Erdgasfelder Tamar und Dalit. Diese Gasfelder befinden sich rund 80 Kilometer westlich von Haifa auf israelischem Seegebiet. Dort wurde bereits 2009 Erdgas festgestellt. Ende 2010 unterzeichneten Israel und Zypern einen gemeinsamen Vertrag zur Abgrenzung der Wirtschaftszonen im Mittelmeer. Darin einigten sie sich über die Staatenzugehörigkeit und die Nutzungsrechte des Gebiets.

Kritik aus der Türkei

Die Bohrungen Ende 2011 lösten in der Türkei heftige Reaktionen aus. Der türkische Energieminister Taner Yildiz sprach von einer «Provokation» und drohte damit, Marineschiffe in die Region zu entsenden. Zudem liess der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan daraufhin verlauten, die Türkei werde selbst eigene Erkundungsarbeiten durchführen.

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