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Der IWF bekommt 430 Milliarden Dollar

Sieg für Christine Lagarde in Washington: Der G-20-Club hat dem Internationalen Währungsfonds mehr Geld für den Kampf gegen die Schuldenkrise zugesprochen.

Hat ihr Ziel erreicht: IWF-Chefin Christine Lagarde an der Pressekonferenz nach dem Treffen der G-20 in Washington.
Hat ihr Ziel erreicht: IWF-Chefin Christine Lagarde an der Pressekonferenz nach dem Treffen der G-20 in Washington.
AFP

Unter dem Eindruck der Euro-Schuldenkrise haben die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) die Finanzkraft des Internationalen Währungsfonds (IWF) deutlich erhöht. Die G-20-Finanzminister verkündeten nach einem Treffen am Rande der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank am Freitag in Washington, dass die Krisenkasse des Währungsfonds um mehr als 430 Milliarden Dollar (325 Milliarden Euro) aufgestockt wird.

Damit habe sich die Möglichkeit des Währungsfonds zur Kreditvergabe fast verdoppelt, sagte IWF-Chefin Christine Lagarde, die 400 Milliarden Dollar als Zielmarke für die Ausweitung der IWF-Ressourcen ausgegeben hatte. Mit den Zusagen habe die internationale Gemeinschaft «Entschlossenheit» signalisiert, um die weltweite finanzielle Stabilität abzusichern und die Erholung der Weltwirtschaft auf eine «gesunde Grundlage» zu stellen. Die Hilfen sollen dabei den Angaben zufolge im Krisenfall allen Mitgliedsstaaten des IWF zur Verfügung stehen und sind nicht an eine bestimmte Region wie Europa gebunden.

USA und Schwellenländer zierten sich

In den vergangenen Wochen und Monaten hatten vor allem europäische Länder sowie Japan bereits insgesamt deutlich mehr als 300 Milliarden Dollar zugesagt. Davon entfielen alleine auf die Staaten der Eurozone rund 200 Milliarden Dollar. Die USA hatten dagegen klargestellt, keine zusätzlichen Mittel für den Währungsfonds freizumachen.

Die Schwellenländer hatten lange gezögert, weil sie dem wohlhabenden Europa nicht weiter unter die Arme greifen wollten. Ausserdem forderten sie, dass die Europäer einen Teil ihrer Macht beim IWF abgeben und eine 2010 vereinbarte Reform der Stimmrechte umsetzen. Am Freitag stellten aber auch China, Russland, Brasilien, Indien und andere Länder eine Ausweitung ihrer Ressourcen für den IWF in Aussicht. Die genaue Höhe der jeweiligen Zusagen war zunächst unklar.

Europa ist «vorausmarschiert»

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) begrüsste die «Stärkung der globalen Schlagkraft des IWF». Schäuble bekräftigte, dass Europa bei der Zusage weiterer Mittel für den Währungsfonds «vorausmarschiert» sei. «Da freut es mich jetzt umso mehr, dass unsere Partner sich ebenfalls ihrer Verantwortung für die Weltwirtschaft stellen», erklärte er.

Vor dem Treffen hatte Schäuble der Eurozone bescheinigt, «auf einem guten Weg» zu sein. Die Eurostaaten hätten mit ihren Reformen sowie der Kombination der Rettungsschirme EFSF und ESM zu einem 800 Milliarden Euro schweren Krisenfonds ihren Teil der Vereinbarung erfüllt. Bundesbankchef Jens Weidmann warnte, die Eurokrise nur mit immer neuen Rettungsmilliarden zu bekämpfen: «So wichtig die Brandmauern auch sein mögen, um die Krise einzudämmen – sie werden das Feuer nicht löschen können.»

AFP/fko

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