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Bundesrat will Häuserkauf erschweren

Die Banken geben Entwarnung, die Regierung dagegen warnt vor einer Immobilienblase. Nun sollen mehrere kurzfristige Massnahmen geprüft werden.

Wohnungspreise nehmen mehr zu als Einkommen: Blick über ein Wohnquartier in Zürich. (21. November 2013)
Wohnungspreise nehmen mehr zu als Einkommen: Blick über ein Wohnquartier in Zürich. (21. November 2013)
Keystone

Der Erwerb von Wohneigentum könnte schon bald teurer und schwieriger werden. Denn im Gegensatz zu den Banken befürchtet man beim Bund eine Immobilienblase: Der Bundesrat hat laut der Zeitung «Schweiz am Sonntag» eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die Massnahmen gegen eine Überhitzung des Immobilienmarkts prüft.

Das bestätigt Serge Gaillard, Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung: «Wir haben vom Gesamtbundesrat den Auftrag, in einer Auslegeordnung kurzfristig wirksame Massnahmen aufzuzeigen, damit die Regierung eine konkrete Vorlage ausarbeiten kann», sagt er. Geprüft werden laut Gaillard deshalb eine Verschärfung der Belehnungsgrenze, eine weitere Beschleunigung der Amortisationspflichten und eine Erhöhung der Tragbarkeitsvorschriften für Schulden.

«Drittel des Einkommens nicht überschreiten»

Die Gefahr einer Blase sei keineswegs gebannt, sagt Gaillard zur «Schweiz am Sonntag»: «Auch wenn es eine gewisse Beruhigung gegeben hat, nimmt die Hypothekarverschuldung weiter stark zu. Auch das Ungleichgewicht ist immer noch gross: Die Preise von Eigentumswohnungen nehmen weiterhin stärker zu als die Einkommen.»

Gaillard: «Heute gilt die Faustregel, dass die Kreditkosten bei einem Zinssatz von 5 Prozent ein Drittel des Einkommens des Schuldners nicht übersteigen sollten. Das Problem ist, dass dies von neuen Kreditnehmern häufig nicht eingehalten wird», so Gaillard.

Seilziehen um die Lex Koller

Das Seilziehen um die Verschärfung der Lex Koller geht dagegen in die vorerst letzte Runde. Morgen wird der Ständerat entscheiden, ob internationale Finanzanleger auch weiterhin in börsenkotierte Schweizer Immobilienfirmen investieren dürfen. Die Finanz- und Immobilienlobby hat in den letzten Wochen massiv gegen eine Verschärfung der Lex Koller lobbyiert. «Ich fürchte, ich verliere, weil eine massive Lobbyingkampagne im letzten Moment gegen die Kraft der guten Argumente gewonnen hat», sagt SP-Nationalrätin Jacqueline Badran im Interview mit der Zeitung «Schweiz am Sonntag».

Ihre Forderung nach einer Verschärfung der Lex Koller hält sie nach wie vor für richtig und wichtig: «National- und Ständerat haben den Erhalt der Lex Koller einstimmig beschlossen. Jetzt geht es darum, die Hintertürchen zu schliessen, um den Zustrom von Geld zu stoppen, das einzig der Spekulation dient. Immobilien als Anlagevehikel der Finanzindustrie sind ein neuer Markt, deshalb ist eine griffige Lex Koller auch nötiger denn je.»

Auf die Frage, ob sie nach einer allfälligen Niederlage den Kampf aufgebe, sagt sie: «Nein, ich werde ein überparteiliches Komitee gründen und überlege mir, eine Volksinitiative zu lancieren.»

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