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BLS schreibt 3,3 Millionen Franken Gewinn

Die BLS AG hat im vergangenen Jahr einen Gewinn von 3,3 Millionen Franken eingefahren. Dass das zweitgrösste Bahnunternehmen der Schweiz schwarze Zahlen ausweist, geht insbesondere auf die 2012 eingeleiteten Sparmassnahmen zurück.

Die BLS schreibt schwarze Zahlen.
Die BLS schreibt schwarze Zahlen.
Adrian Moser (Symbolbild)

Die BLS gab an ihrer Bilanzmedienkonferenz vom Mittwoch in Bern bekannt, 21,1 Millionen Franken habe sie im vergangenen Jahr eingespart. Als direkte Folge der Sparmassnahmen wurden 22 Stellen abgebaut - bis auf zwei Kündigungen alle über natürliche Abgänge.

Profitabel war die BLS im vergangenen Jahr in den Bereichen Regionaler Personenverkehr Schiene und Strasse, Infrastruktur sowie - wie seit einem Monat bekannt ist - im Güterverkehr. Defizitär waren die Schifffahrt auf den Berner Oberländer Seen und der Autoverlad am Lötschberg.

BLS-Verwaltungsratspräsident Rudolf Stämpfli bezeichnete das Ergebnis als «zufriedenstellend». Sehr erfreulich sei, dass die BLS im Kerngeschäft - dem Verkehr auf der Schiene - rentabel arbeite. Es brauche aber weitere Effizienzsteigerungen. Für ein Unternehmen mit einem Umsatz von fast einer Milliarde Franken sei ein Gewinn von 3,3 Millionen Franken zu klein.

Die BLS will deshalb am Ziel, bis 2015 insgesamt 50 Millionen Franken einzusparen, festhalten. Das Unternehmen brauche Gewinne, um Investitionen tätigen zu können, die Verschuldung im Griff zu behalten und um eine genügend grosse Wertschwankungsreserve für die Pensionskasse aufzubauen.

BLS-Chef Bernard Guillelmon ist zuversichtlich: «Die BLS ist auf Kurs. Wir können die Zukunft erfolgreich bewältigen», sagte er.

Schifffahrt: Kanton Bern soll zahlen

Bei der Schifffahrt ist der Verlust mit 6,8 Millionen Franken markant ausgefallen. Das Unternehmen hat nach einer Überprüfung des Geschäftsmodells 5,1 Millionen Franken zusätzlich abgeschrieben. Die BLS will nun Geld für die Sanierung eines Schiffs und für jene einer Werft vom Kanton Bern.

«Sonst muss der Kanton Bern die Konsequenzen tragen», sagte Guillelmon unverblümt. Denn laut Stämpfli vermag die Schifffahrt auf dem Thuner- und Brienzersee knapp die Betriebskosten zu decken, aber mehr nicht. Und es ist das Ziel des Verwaltungsrats, die Schifffahrt in die schwarzen Zahlen zu bringen.

Laut Stämpfli ist die zu sanierende Werfthalle in Thun in einem derart schlechten Zustand, dass die Arbeiter bei starkem Wind aus baupolizeilichen Gründen die Halle verlassen müssen. Beim zu sanierenden Schiff geht es um das MS Bubenberg.

Guillelmon ist zuversichtlich, dass der Kanton Bern auch tatsächlich zahlt. Schliesslich bestehe ein Gesetzesartikel, der Beiträge des Kantons an Investitionen in der Schifffahrt zulasse. Stämpfli erhofft sich in diesem Zusammenhang ein klares Bekenntnis der Tourismus-Manager zur Schifffahrt auf dem Berner Oberland.

In die Gewinnzone kommen will die BLS auch beim Autoverlad am Lötschberg. In diesem Bereich nervt sich die BLS-Spitze weiterhin über den Preisüberwacher, der 2011 nur eine moderate Preiserhöhung zuliess. Die BLS strebt weiterhin Mehrerträge an.

Sie hofft, durch verstärkte Zusammenarbeit mit den Walliser Tourismusdestinationen für beide Seiten einen Gewinn zu erzielen, und will die Auslastung weiter optimieren. Der Verlust im Autoverlad beträgt 2,2 Millionen Franken.

Vorerst keine neuen Züge Bern-Luzern

Ein kleineres Problem hat die BLS auch auf der Strecke Bern-Luzern. Dort hat das BAV nach Angaben der BLS die Pläne des Unternehmens gestoppt, die bisherigen Regio-Express-Züge des Typs EWIII durch neue Kompositionen des Typs «Lötschberger» zu ersetzen. Die «Lötschberger» entsprächen künftig nicht mehr allen in Europa geltenden Normen.

Die BLS muss deshalb weiterhin die bisherigen Züge einsetzen. Sie prüft Übergangslösungen und stationiert in Wolhusen fest einen Zug des neuen Typs NINA als Reserve. Die Beschaffung des EWIII-Ersatzes beginnt frühestens im Jahr 2020.

Gewerkschaft unterstreicht Beitrag des Personals

Für die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV hat die BLS-Spitze vor den Medien den Beitrag des Personals zu wenig gewürdigt. Nicht zwei BLS-Angestellten sei wegen des Sparprogramms gekündigt worden, sondern «mindestens vier».

Ausserdem hätten bei BLS Cargo «an die 60 Mitarbeitende», vor allem Lokführer, die Stelle verloren. Die Sparmassnahmen verlangten dem Personal weiterhin viel ab.

(SDA)

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