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Bauboom ohne Ende

In der Schweiz hatte die Baubranche im vergangenen Jahr alle Hände voll zu tun. Insgesamt ist für 59,5 Milliarden Franken gebaut worden. Weniger rosig, aber immer noch passabel sah es Anfang Jahr bei der Industrie aus.

Für Neubauprojekte wurden 2011 in der Schweiz 36 Milliarden Franken ausgegeben: Ein Arbeiter auf einer Baustelle in Kloten ZH. (12. Juli 2012)
Für Neubauprojekte wurden 2011 in der Schweiz 36 Milliarden Franken ausgegeben: Ein Arbeiter auf einer Baustelle in Kloten ZH. (12. Juli 2012)
Keystone

Der Bauboom in der Schweiz geht weiter. Im vergangenen Jahr haben die Bauausgaben um 4,7 Prozent auf 59,5 Milliarden Franken zugenommen. Das Plus war damit noch etwas grösser als im Vorjahr (+4,5 Prozent). Und für 2012 zeichnet sich eine weitere Beschleunigung ab.

Die gemeldeten Bauvorhaben deuten für dieses Jahr auf eine weitere Erhöhung der Bauausgaben um 5,1 Prozent hin, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag mitteilte. Das BFS rechnet bei Neubauprojekten mit einem Anstieg um 4,1 Prozent, bei den Umbauprojekten sogar mit einem Plus von 7,5 Prozent.

Immer mehr Umbauten

Damit bestätigt sich ein Trend des vergangenen Jahres: 2011 haben die Investitionen in Umbauprojekte um 9 Prozent zugenommen auf 18,6 Milliarden Franken. Für Neubauprojekte wurden 36 Milliarden Fr. aufgewendet, 2,7 Prozent als im Vorjahr. Die gesamten Bauausgaben stiegen – unter Berücksichtigung einer geschätzten Bauteuerung von 2,2 Prozent – real um 2,5 Prozent.

Die Bauausgaben expandieren damit erneut deutlich kräftiger als die Gesamtwirtschaft. Ein wichtiger Grund dafür ist der Wohnbau, der wegen Einwanderung, tiefen Hypothekarzinsen und wachsendem Raumanspruch zunimmt. Aber auch für Industrie-, Gewerbe- und Dienstleistungsgebäude steigen die Bauinvestitionen.

Hochbau wächst stark

Im vergangenen Jahr haben im gesamten Hochbau die Bauinvestitionen (ohne öffentliche Unterhaltsarbeiten) um 5,5 Prozent auf rund 45 Milliarden Franken zugenommen. Im Tiefbau fiel die Zunahme mit einem Plus von 1,2 Prozent auf 9,6 Milliarden Franken schwächer aus. Während die öffentliche Hand für Verkehrsbauten und Kommunikationsprojekte mehr ausgab, reduzierten Private ihre Tiefbau-Investitionen.

Die Bauinvestitionen umfassen sämtliche Kosten bei der Realisierung eines Bauwerks. Dazu gehören neben den reinen Baukosten alle Vorbereitungsarbeiten, die Umgebungsarbeiten, die Erschliessungskosten innerhalb der Grundstücksgrenzen und alle Baunebenkosten.

Industrie trotz Mehrproduktion mit weniger Umsatz

Die Schweizer Industrie hat im ersten Quartal 2012 zwar 1,4 Prozent mehr produziert als in der Vorjahresperiode. Der Umsatz ist aber um 0,7 Prozent gesunken. Im Januar gingen die Umsätze um 0,1 Prozent zurück, im Februar sogar um 1,3 Prozent. Im März nahmen sie hingegen um 1,4 Prozent zu, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilte.

Das beste Ergebnis in diesem Quartal erstellten die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten und Uhren mit einem Umsatzanstieg um 9,3 Prozent. Dahinter folgen Hersteller von elektrischen Ausrüstungen und die Energieversorger. Die deutlichsten Umsatzeinbussen verzeichneten der Bergbau (-18,4 Prozent) und die Gummi- und Kunststoffwarenproduzenten (-10,8 Prozent).

Starker Franken bremst

Die inländischen Umsätze der Schweizer Industrie haben im ersten Quartal leicht zugenommen (+0,7 Prozent), die ausländischen um 2 Prozent abgenommen. Ausgewirkt hat sich ein weiteres Mal die Frankenstärke, war doch insbesondere der Euro-Kurs in der Vorjahresperiode noch höher gewesen. Zudem klagen exportorientierte Firmen über Margendruck. Darüber gibt die Statistik aber keine Auskunft.

Der Blick in die Auftragsbücher zeigt ein gemischtes Bild: Die Auftragseingänge haben zwar um 3,9 Prozent abgenommen. Die Auftragsbestände lagen aber um 4,7 Prozent über Vorjahr.

SDA/rub

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