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Bank of England pumpt Milliarden in die Märkte

Die britische Notenbank kauft erneut Staatsanleihen, um die Konjunktur anzukurbeln. Finanzminister George Osborne will zudem flankierende Massnahmen für eine lockere Geldpolitik prüfen.

Noch ist es nicht fünf vor zwölf für die britische Wirtschaft: Bank of England in London.
Noch ist es nicht fünf vor zwölf für die britische Wirtschaft: Bank of England in London.
Keystone

Wie die Bank von England (BoE) in London nach einer Sitzung ihres geldpolitischen Komitees mitteilte, will sie ab 10. Oktober ihre Staatsanleihenkäufe um 75 Milliarden Pfund (rund 106 Milliarden Franken) ausweiten.

2009 und 2010 hatte Zentralbankgouverneur Mervyn King bereits für 200 Milliarden Pfund Staatsanleihen gekauft und der Wirtschaft damit aus der Rezession herausgeholfen. Ihren Leitzins beliessen die Notenbanker auf dem historisch niedrigen Niveau von 0,5 Prozent.

Pfund Sterling auf Talfahrt

Die britische Wirtschaft stagnierte zuletzt mehr oder weniger. Zugleich liegt die Teuerungsrate deutlich über der Zielmarke der Regierung. Nach der Ankündigung der BoE ging das Pfund Sterling auf Talfahrt und fiel auf ein 14-Monats-Tief von 1,5270 Dollar.

Die meisten Experten wurden auf dem falschen Fuss erwischt, da sie frühestens für November mit einer neuen Runde von Staatsanleihenkäufen gerechnet hatten. Ökonom David Owen von Jefferies International hält das Volumen der Käufe für «ziemlich umfangreich».

«Das ist ein ziemlich aggressiver Schritt»

Zusätzliche 75 Milliarden Pfund entsprächen immerhin rund fünf Prozentpunkten des Bruttoinlandsprodukts. «Das ist ein ziemlich aggressiver Schritt», sagte Devisenstratege Jeremy Strech vom Vermögensverwalter CIBC. Der Umfang deute auf das Ausmass der Unsicherheit und der Anspannung hin, das an den Finanzmärkten um sich greife.

Bereits in den vergangenen Wochen mehrten sich die Hinweise, dass im geldpolitischen Komitee die Bereitschaft zu Stützungskäufen gewachsen ist. Der eher einer lockeren Geldpolitik zugeneigte Notenbanker Adam Posen hatte sich bereits zuvor öffentlich dafür starkgemacht.

Leitzins auf historischem Tiefstand

Die BoE hält den Leitzins bereits seit zweieinhalb Jahren auf historisch niedrigem Niveau. Da die Inflation Prognosen zufolge bald die Fünf-Prozent-Marke erreichen wird, ist das neue geldpolitische Manöver der BoE nicht ohne Risiken. Noch bis zum Sommer hatte die Notenbank wegen der steigenden Inflationsgefahren über Zinserhöhungen nachgedacht.

Zuletzt hatte eine Revision der Wachstumszahlen für das zweite Quartal aber zusätzliche Konjunktursorgen ausgelöst: Mit 0,1 Prozent legte die Wirtschaft nur noch denkbar schwach zu. Der britische Finanzminister George Osborne, der mit einer harten Rotstiftpolitik die Schuldenprobleme des Landes bekämpft, kündigte bereits flankierende Massnahmen zur lockeren Geldpolitik an.

SDA/miw

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