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Athen nimmt Schweizer Finanzplatz ins Visier

Hellenische Superreiche horten laut Schätzungen unversteuerte Vermögen in Milliardenhöhe in der Schweiz. Auf dieses Schwarzgeld hat die neu gewählte griechische Regierung es nun offenbar abgesehen.

Finanzplatz unter Beschuss: Personen auf dem Zürcher Paradeplatz, zu sehen durch die Installation «Dystopia Stalker» von Lori Hersberger zu sehen. (10. Juni 2013)
Finanzplatz unter Beschuss: Personen auf dem Zürcher Paradeplatz, zu sehen durch die Installation «Dystopia Stalker» von Lori Hersberger zu sehen. (10. Juni 2013)

Die neue griechische Regierung will an Schwarzgeld auf Schweizer Konten ran. Führende Syriza-Politiker künden an, dass der neu gewählte Ministerpräsident Alexis Tsipras und seine Genossen der Syriza-Partei den Schweizer Finanzplatz unter die Lupe nehmen wollen.

Schätzungen zufolge horten hellenische Superreiche hierzulande unversteuerte Gelder in Milliardenhöhe. «Wir werden Überweisungen in die Schweiz genau überprüfen», sagte Nikos Filis, Vorsitzender der Syriza-Fraktion im griechischen Parlament im Interview mit der «SonntagsZeitung».

Auch griechische EU-Parlamentarier in Brüssel fordern von der Schweiz mehr Transparenz bei Steuerbetrug. Der Syriza-Abgeordnete und Vize-Präsident des Europaparlaments, Dimitrios Papadimoulis sagte gegenüber der «SonntagsZeitung»: «Grosskonzerne und Oligarchen nutzen Finanzzentren wie die Schweiz für ihre privaten Profite, das muss ein Ende haben.»

Lagarde-Liste wieder im Fokus

Das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) zeigt sich offen für Gespräche. Laut einem Sprecher habe man Athen bereits ein Angebot für eine Regelung der unversteuerten Gelder aus der Vergangenheit unterbreitet – eine Antwort steht noch aus.

Unterdessen hat der neue griechische Anti-Korruptionsminister Panagiotis Nikoloudis angekündigt, Namenslisten von Steuerhinterziehern zu überprüfen. Dabei dürfte die Lagarde-Liste wieder in den Fokus rücken. Die Datei mit über 2000 griechischen Kontoinhabern bei der Genfer Privatbank HSBC wurde 2010 von der damaligen französischen Finanzministerin und derzeitigen IWF-Direktorin Christine Lagarde an ihren Amtskollegen in Athen übergeben – ohne dass die Steuerflüchtlinge ernsthaft belangt wurden.

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